3. Oktober – Tag der Deutschen Einheit – ein Zwischenfazit

Am 3. Oktober 1990 wurde der Prozeß zur Vereinigung der ehemaligen DDR mit der damaligen Bundesrepublik Deutschland abgeschlossen. Seit 1990 ist der 3. Oktober der Tag der Deutschen Einheit. In diesem Jahr wird in Mainz und Mödlareuth gefeiert.

Deutschland gedenkt am 3 Oktober beim Tag der Deutschen Einheit an das Zusammenwachsen zweier Staaten einer Nation, die sich in 40 Jahren der Trennung seit 1949 sehr unterschiedlich entwickelt hatten. Seit 1990 gilt auch in den Neuen Ländern das Grundgesetz und damit der Artikel 72 in dem es heißt: „Der Bund (hat) das Gesetzgebungsrecht, wenn und soweit die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet oder die Wahrung der Rechts- oder Wirtschaftseinheit im gesamtstaatlichen Interesse eine bundesgesetzliche Regelung erforderlich macht.“ Gleichwertig bedeutet nicht gleich und somit ist seit der Änderung des Grundgesetzes im Jahr 1994 der Staat von der Pflicht enthoben, mit aller Kraft für gleiche Lebensverhältnisse in Stadt und Land, in Ost und West zu sorgen. Die Entwicklung der Demografie in Deutschland, die eine stetige Abwanderung – vor allem des produktiven Teils der Bevölkerung – ausgelöst hat führt dazu, das außer in den Boom-Regionen Berlin, Dresden und Leipzig weite Landstriche in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Sachsen veröden und die Menschen sich abgehängt fühlen.

Dies betrifft nicht die moderne und leistungsfähige Infrastruktur, wohl aber die Löhne und Gehälter, die noch immer nicht völlig identisch mit denen der Kollegen in westdeutschen Betrieben sind. Dies betrifft die Renten, die Versorgung mit Einrichtungen der Gesundheit, die Wohn-Situation und die Entwicklung der Privaten Vorsorge, soweit diese durch das eigene Häuschen sichergestellt werden sollte.

Die Feiern zur Deutschen Einheit finden traditionell in einer der Landes-Hauptstädte statt, in diesem Jahr in Mainz in Rheinland-Pfalz. Eine weitere Feier organisiert die CSU in Mödlareuth. In Berlin gibt es gar keinen Platz zum feiern, denn die Stadt, in der 1990 die Einheit vollzogen wurde und die in stärkstem Maße von der Deutschen Einheit profitiert hat, brachte es in 27 Jahren nicht fertig, ein Denkmal zu Deutschen Einheit zu errichten oder wenigstens eine Straße oder einen Platz nach diesem freudigen Ereignis zu benennen. Am besten erinnert noch das Denkmal „Der Rufer“ von Gerhard Marcks an die Teilung der Stadt und des Landes.

Übrigens: die handelnden Akteure in der Politik waren 1989/1990 alle Angehörige der Generation 50 Plus. Helmut Kohl: Jahrgang 1930, Lothar de Maizière: Jahrgang 1940, Michail Gorbatschow: Jahrgang 1931.

 

 

Kommentar hinterlassen zu "3. Oktober – Tag der Deutschen Einheit – ein Zwischenfazit"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Sind Sie ein Mensch? *

%d Bloggern gefällt das: