Arbeitskräftemangel: Arbeitslosigkeit sinkt – Nachfrage nach Arbeitskräften steigt im Oktober 2017 stark an – Bundesverband Initiative 50Plus begrüßt geplante Abschaffung der Rente mit 63

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat im Oktober kräftig zugelegt. Gegenüber dem Vormonat stieg der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,7 auf 104,8 Punkte. Die Aussichten für ein weiteres Sinken der Arbeitslosigkeit haben sich deutlich verbessert. Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus) fordert vom Mittelstand entschlossene Massnahmen. Zugleich begrüßt der BVI50Plus die geplante Abschaffung der Rente mit 63.

Die Arbeitslosigkeitskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers machte im Oktober mit einem Anstieg um 1,3 Punkte auf 102,6 Punkte gegenüber dem Vormonat einen Sprung nach oben. „Es gäbe derzeit genügend Gründe, ein Steigen der Arbeitslosigkeit zu befürchten, sei es die große Aufgabe der Flüchtlingsintegration, die Dieselkrise oder die Brexit-Verunsicherung. Aber der Arbeitsmarkt in Deutschland bleibt trotz alledem auf sehr gutem Kurs“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“.

Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland

Für die Beschäftigungsentwicklung bleiben die Aussichten exzellent: Die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers steht im Oktober auf dem außerordentlich hohen Wert von 107,0 und hat gegenüber dem Vormonat um 0,1 Punkte zugelegt. Insgesamt waren 44,65 Millionen Menschen im September erwerbstätig, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das ist eine Steigerung von 655.000 gegenüber dem Vorjahr und ein Zuwachs von 74.000 zum Vormonat August. Bereinigt um saisonale Effekte lag das Plus bei 41.000 Erwerbstätigen. Der Anstieg der Erwerbstätigkeit ist allein darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Ihre Zahl nahm binnen eines Jahres um 746.000 auf nun 32,40 Millionen zu.

„Der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften steigt weiter, auch gestützt auf die starke Konjunktur. Angesichts der Verknappung von Arbeitskräften sinkt zudem das Entlassungsrisiko“, erklärt Weber die Entwicklung.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Bundesverband Initiative 50Plus fordert den Mittelstand zu entschlossenem Handeln auf und begrüßt die geplante Abschaffung der Rente mit 63

Uwe-Matthias Müller fordert eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters

Der Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus weist in einer Erklärung darauf hin, dass von dem zunehmenden Druck des Arbeitskräftemangels kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in weniger attraktiven Regionen Deutschlands in besonders starkem Umfang betroffen sind. „Es wird jetzt allerhöchste Zeit, dass die KMU alle Handlungsfelder umsetzen, die sich aus den Wünschen der Mitarbeiter nach Ergonomie, Balance zwischen Arbeitsleben und Berufsleben, Fortbildung und einer mitarbeiterorientierten Unternehmens-Kultur – auch im Bereich der Kommunikation – ergeben. Der Bundesverband Initiative 50Plus hat hier im Rahmen der von ihm begründeten „Initiative Arbeit 50Plus“ Instrumente entwickelt, die vor allem den KMU helfen sollen, ein wirksames Employer Branding umzusetzen.“ so Uwe-Matthias Müller, Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus. „Eine längere Lebenszeit wird zwangsläufig auch zu einer längeren Lebensarbeitszeit für die führen, die das wollen und können. Insofern ist die Flexibilisierung des Renteneintrittsalters und die geplante Abschaffung der Rente mit 63, die im Rahmen der Sondierung für die Bildung einer neuen Bundesregierung beschlossen wurde, zu begrüßen.“ so Uwe-Matthias Müller weiter.

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