BEST AGER. – Ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Die Wahrheit ist: Der euphemistische Begriff „Best Ager“ hat mir nie gefallen. Weder mit 49 – als ich noch sog. Middle Ager war – noch mit 51 – seitdem ich in die Kategorie ALT falle. Von einem Best Ager erwartet man nämlich im besten Fall sein Bestes und das ist sein Geld. Nicht mehr und nicht weniger. Wir taugen als kauffreudige und qualitätsbewusste Zielgruppe – man ist bemüht, solange die Kasse klingelt.

Kinder, die Zeiten sind vorbei. Umdenken ist angesagt.

Frau 50Plus ist selbstbewußt -und hat allen Grund dazu. Topagemodel Renate Zott.

Den „Älteren“ geht es so gut wie nie zuvor. Und das nicht nur finanziell, sondern auch der medizinische Fortschritt, ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein und Bewegung wirken sich positiv auf eine höhere Lebensqualität und auf ein längeres aktives Leben aus. Wir, die Mütter und Väter unserer Wohlstandsgesellschaft stehen noch nicht am Ende vom Abstellgleis. Wir fühlen und sind noch mitten drin, mischen weiter kräftig mit und sind ein wertvoller und großer Teil unserer Gesellschaft. Auch die 1. Generation selbständiger und beruflich ambitionierter Frauen kommt nicht graumäusig daher, sondern setzt die reifere Schönheit bisweilen sehr gekonnt in Szene. Das „Empty-Nest-Syndrom“ war gestern – heute beschäftigen wir uns mit (neuen) beruflichen Herausforderungen oder sozialen Engagements und sind gedanklich und körperlich ganz weit weg von dem, was uns die Werbung noch immer suggeriert: den Tenapants zum Beispiel oder den Pillen gegen Vergesslichkeit.

Dieser Entwicklungsprozess muss endlich in den Köpfen ankommen und sich auch im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und medialen Bild widerspiegeln. Dafür finde ich den „Best Ager“-Begriff assoziativ wenig passend, weil er außer Konsum und Alt sein wenig von dem beinhaltet, was wir heute sind: nämlich mit Spaß, Elan und Kreativität in allen Themen- und Aufgabenbereichen voll dabei. Jeden Tag noch ein bisschen besser werden, neue Techniken verstehen und anwenden – kann ich für mich unterschreiben – und endlich das überholte Alte-Leute-Klischee loswerden! Und ja Leute, wir haben auch noch Sex!

Es ist zwar auch nur Begriffskosmetik und ebenfalls Scheinanglizismus, wenn ich für uns den Begriff „TOP AGE“ kreiert habe. Entscheidender Vorteil ist aber: er ist neu und unbefleckt. Er gibt die Möglichkeit, das neue Lebensgefühl der Over 50th zu transportieren und zu sagen, ja wir sind „top“ drauf und rocken die Bühne zusammen mit den Jungen, gestalten Zukunft gemeinsam und bringen unseren Schatz an Wissen, Erfahrung mit unseren gewachsenen Netzwerken selbstbewusst für die drängenden Aufgaben ein.

Wer will, der kann und keiner muss und manch einer wird leider krankheitsbedingt ausgebremst. Älterwerden hat eben viele Facetten und selbstverständlich jeder die Freiheit, das Klischee vom alten Eisen zu bedienen oder es mit viel Feuer schmelzen zu lassen.

Ich bin und bleibe der Schmelztiegel-Typ und denke mir: warum grau, wenn’s auch bunt geht und auf jeden Fall im top age – solange wie möglich! Dafür möchte ich Raum und Freiheiten schaffen und ein Stück von der großen Lifestyle-Bühne für uns Over 50th zurückholen, von der man uns völlig ungefragt einfach weggefegt hat.

Mehr Ideen für das Programm des bunten Älterwerdens finden insbesondere die Damen auch auf meinem Blog topagemodel.de

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im 50PlusFernsehen:

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