Bitcoin & Co: was sind Kryptowährungen und wie funktionieren sie – Von Moritz Renner

„It’s worse than tulip bulbs. It won’t end well. Someone is going to get killed,“ Jamie Dimon, CEO JPMorgan in CNBC.  „Still thinking about #Bitcoin. No conclusion – not endorsing/rejecting. Know that folks also were skeptical when paper money displaced gold.“ Lloyd Blankfein, CEO Goldman Sachs.

Bitcoin und auch andere Kryptowährungen erhalten, gerade in den letzten Monaten, immer mehr Aufmerksamkeit in unseren Medien. Dabei kommt die Frage auf, ob der Bitcoin eine „Blase“ reiner Spekulation ist, oder ob wir es doch mit einer ernst zu nehmenden Technologie und vielleicht sogar mit einer Veränderung unseres gesamten Finanzsystems zu tun haben. Antworten auf diese Fragen gibt der Kryptowährungs-Experte Moritz Renner exklusiv in BESTZEIT-PLUS.

Ich möchte Ihnen in diesem Artikel die Eigenschaften des Bitcoins näherbringen und für etwas Hintergrundwissen sorgen. Wir werden uns außerdem die Frage stellen was den Bitcoin-Kurs so rasant steigen lässt.

Als erstes möchte ich mich allerdings ganz kurz vorstellen. Mein Name ist Moritz Renner, ich beschäftige mich intensiv mit dem Thema alternative Währungen als Wertsicherung und Anlagemöglichkeit. Außerdem gebe ich über Videos und Beiträge auf meinem YouTube Kanal mein Wissen so simpel und verständlich wie möglich weiter. Ich glaube es ist immer ratsam sich lieber frühzeitig mit den Dingen zu beschäftigen, welche eine bedeutende Rolle in unserer Zukunft spielen könnten, als später unvorbereitet damit konfrontiert zu werden.

Um das Thema einzuleiten, werfen wir doch als Erstes einen kurzen Rückblick auf die letzten Jahrzehnte. Damals haben wir Briefe verschickt, haben Karten zur Navigation genutzt oder Fotos im Studio entwickeln lassen. Heute kommunizieren wir per E-Mail oder über WhatsApp, nutzen Navigationssysteme und speichern unsere Schnappschüsse auf dem Smartphone.

Fällt Ihnen etwas auf? Alles entwickelt sich in Richtung Digitalisierung! Ich könnte Ihnen an dieser Stelle haufenweise weitere Beispiele liefern, allerdings gibt es eine Branche, welche sich seit jeher nicht verändert hat und das ist das Bankengeschäft.

Dabei gibt es doch so viele offensichtliche Nachteile in unserem bekannten Finanzsystem. Hohe Überweisungsgebühren, lange Wartezeiten bei Auslandsaufträgen und Währungswechsel sind bekannte Probleme. Außerdem erhalten wir nur sehr geringe Verzinsungen, wenn wir unser Geld bei der Bank anlegen, welche letztendlich durch den Minuszins und die steigende Inflationsrate vollkommen vernichtet werden. Zu guter Letzt macht uns dieses System zu gläsernen Bürgern. Die Banken haben uneingeschränkten Einblick in unsere Finanzen, aber wir haben eigentlich keine Ahnung was diese mit unserem Geld tun. Sollte es nicht umgekehrt sein?

Bitcoin Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

An dieser Stelle kommt der Bitcoin ins Spiel, welcher komplett neue Möglichkeiten eröffnet. Es handelt sich dabei um die erste digitale Währung, welche im Jahr 2009 entwickelt wurde. Bis heute ist nicht so ganz klar wer überhaupt dahintersteckt. Allerdings handelt es sich um ein sogenanntes Open-Source Projekt, bei welchem es jedem (der das nötige Wissen besitzt) möglich ist einen vollständigen Einblick in die Hintergründe der Technologie zu erhalten. Das bedeutet auch, dass keine zentrale Macht hinter dem Bitcoin steht, sondern verschiedene Entwicklergruppen Ideen einbringen und gemeinsam an dem Projekt arbeiten können.

Des Weiteren beruht der Bitcoin auf der Blockchain Technologie, welche durch Dezentralität und viele andere Faktoren, eine sehr hohe Sicherheit gewährleistet. Die Bitcoin-Software (Nodes) ist aktuell weltweit auf über 1,8 Millionen PC’s verteilt, welche man nebenbei bemerkt, alle einzeln abschalten müsste, falls man die digitale Währung stoppen wollte.

Alle Entscheidungen über den Bitcoin werden demokratisch über dieses Netzwerk getroffen. Der Hintergrundgedanke ist es also ein Währungssystem zu schaffen, welches nicht von einer zentralen Instanz beherrscht wird, sondern immer die Mehrheit der Nutzer zum Wohl aller entscheiden lässt. Dabei ist die Blockchain-Technologie so aufgebaut, dass sie nicht verfälscht oder betrogen werden kann. Das wiederum ist aber Stoff für einen anderen Beitrag.

Da ein Bitcoin nicht mehr ist als eine digital errechnete Zahlenkombination, ist es möglich Bitcoins zu geringen Gebühren in Sekundenschnelle an alle Orte dieser Welt zu transferieren, was so simpel ist wie eine E-Mail zu verschicken.

Jeder der ein Smartphone und Internetzugang besitzt hat die Möglichkeit Bitcoin als Zahlungsmittel zu nutzen. Hier kommt nebenbei bemerkt eine größere Zahl zusammen, als Menschen derzeit auf unserer Erde über fließend Wasser verfügen. Neben Transaktionen ins Ausland ist es ein enormer Vorteil für viele Entwicklungsländer, dessen Bürgern der Zugang zum Bankensystem bisher vorenthalten wird.

Wenn wir den Bitcoin als Zahlungsmittel nutzen, bleibt es jedem selbst überlassen ob er mit seinen Transaktionen transparent oder anonym umgeht, denn beides ist möglich. Jeder Nutzer besitzt eine Bitcoin-Adresse, über welche er seine Transaktionen empfängt und versendet. Alle Adressen und alle Transaktionen sind öffentlich für jeden einsehbar. Die Bitcoin-Adresse lässt sich seinem Besitzer allerdings nicht zuordnen, so lange er sich nicht zu dieser bekennt. Sie können sich das wie ein Telefonbuch vorstellen in welchem sich nur die Nummern befinden allerdings nicht die dazugehörigen Namen.

So lässt sich beispielsweise ein privates Bitcoin-Konto komplett anonym nutzen, jedoch eine Spendenaktion für alle Beteiligten transparent offenlegen.

Soviel zu den Vorteilen welche der Bitcoin als Zahlungsmittel mit sich bringt. Als nächstes möchte ich Ihnen ein paar Eckdaten geben, wie sich die Währung bisher entwickelt hat.

Wir blicken aktuell auf eine Wertsteigerung von über 500% in den letzten 12 Monaten und weitaus stärkeren Zahlen in den letzten 8 Jahren, mit welchen ich Sie an dieser Stelle aber nicht überrennen möchte. Die gesamte Marktkapitalisierung der Branche ist in den letzten 12 Monaten von 12 Milliarden auf über 150 Milliarden Dollar gestiegen. Dies sind zwar bereits beeindruckende Zahlen, allerdings ein geringes Volumen verglichen mit dem Forex-Markt, also unseren herkömmlichen Währungen. Dies zeigt uns wiederum, welch enormes Potential hier schlummert.

Jetzt bleibt allerdings noch eine Frage offen. Warum steigt der Kurs der digitalen Währung so rasant und welcher Wert steckt wirklich dahinter?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach in einem Satz beantworten und hat mehrere Hintergründe. Schauen wir uns wieder zuerst unsere herkömmlichen (Fiat-) Währungen an.

Ursprünglich waren Geldscheine mit einer bestimmten Menge Gold gedeckt und wurden herausgegeben, um das Gold sicher in der Bank zu lagern und nicht in Gefahr zu bringen. Bei der Bank konnte man dann jederzeit die Scheine wieder in Gold tauschen. Somit war der Wert der Währung durch Angebot und Nachfrage bestimmt, denn es gibt nur eine bestimmte Menge an Gold auf unserem Planeten und dadurch ist das Angebot begrenzt.

Genau so verhält es sich auch mit allen anderen Waren und Gütern. Ist etwas selten so ist es teuer, gibt es etwas im Überfluss, so ist es günstig zu haben.

Nun ist Ihnen sicher bekannt, dass unsere herkömmlichen Währungen schon lange nicht mehr mit Gold gedeckt und in der Herstellung lediglich ein paar Cent wert sind. Warum funktioniert also unser Finanzsystem aktuell noch?

Weil wir Vertrauen darin haben und wir daran glauben. Wir wissen, wenn wir zum Bäcker gehen bekommen wir für unsere Euros ein paar Brötchen, völlig egal was die Scheine eigentlich wert sind. Das bedeutet unser Finanzsystem beruht ganz alleine auf dem Vertrauen der Nutzer und der Akzeptanz der Händler.

Aber wie verhält sich das nun bei unserer digitalen Währung?

Die Technologie hinter dem Bitcoin ist so programmiert, dass sich insgesamt nur 21 Millionen Bitcoins erstellen lassen, danach ist Schluss. Aktuell befinden sich ungefähr 16 Millionen Bitcoins im Umlauf. Die Restlichen werden bis zum Jahr 2130 durch einen Prozess, welcher sich Mining nennt, entstehen.

Unsere Banken hingegen drucken neue Scheine wann immer ihnen danach ist, für den Bitcoin jedoch wurde an dieser Stelle eine unumgängliche Sperre eingerichtet. Wir haben also ein begrenztes Angebot und eine Nachfrage, welche stetig steigt.

Die Nachfrage steigt mit der Akzeptanz, denn immer mehr Händler erkennen die bereits genannten Vorteile des Bitcoins und nehmen ihn deshalb als Zahlungsmittel auf. Doch nicht nur einzelne Händler sondern Regierungen ganzer Länder, wie beispielsweise Japan, haben den Bitcoin bereits als offizielle Währung anerkannt.

Ist der Bitcoin nun ein Zahlungsmittel oder doch eher eine Wertanlage?

Ich denke das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eindeutig beantworten, denn dafür müssen wir als Erstes beobachten in welche Richtung sich der Markt entwickelt. Fakt ist allerdings, dass der Bitcoin großes Potential in beide Richtungen mitbringt. Auf der einen Seite blicken wir auf eine Art digitales Gold, dessen Angebot begrenzt ist. Auf der anderen Seite auf eine Währung mit attraktiven Vorteilen in Hinblick auf Transaktionsdauer, Gebühren, Sicherheit und Unabhängigkeit.

Der Kurs des Bitcoins beruht also auf Angebot und Nachfrage, die Nachfrage steigt durch die Vorteile als Zahlungsmittel und das Angebot ist begrenzt auf 21 Millionen Bitcoins. Somit ist es nur logisch, dass der Preis mit zunehmender Bekanntheit durch die Medien ansteigt. Außerdem steckt noch deutlich mehr dahinter und zwar die Blockchain Technologie, welche von vielen Experten als die bedeutendste Erfindung, seit dem Internet, betitelt wird. Mehr dazu würde ich Ihnen aber gerne in einem zukünftigen Beitrag berichten.

Die temporären Preiseinbrüche des Bitcoins, welche sich von Zeit zu Zeit beobachten lassen haben natürlich einen Grund. Sie finden erfahrungsgemäß oft dann statt, wenn vermeintlich schlechte Nachrichten über den Bitcoin öffentlich kommuniziert werden. Wie beispielsweise die Skalierungsdebatte, welche ihren Höhepunkt Mitte Juli dieses Jahres fand. Aufgrund dessen fiel der Kurs um gut ein Drittel des Preises zurück. Im Endeffekt stellte sich aber heraus, dass alle Besorgnis unberechtigt war, ganz im Gegenteil, es war eine Verbesserung der Technologie. Anschließend stieg die Kryptowährung um mehr als das Doppelte ihres ursprünglichen Preises.

Welchen Hintergrund hat also dieses Phänomen? Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich hier um einen noch sehr frischen Markt handelt. Viele neue Investoren stürzen sich spekulativ hinein, ohne sich über das eigentliche Potential des Bitcoins informiert zu haben. Sobald nun eine vermeintlich schlechte Neuigkeit auftritt bekommen diese „Neulinge“ Angst vor einem Verlust und verkaufen in Panik ihre, erst vor Kurzem erworbenen Bitcoins. Durch diese Verkäufe steigt das Angebot des Bitcoins auf dem freien Markt kurzzeitig an und die Nachfrage lässt aus Unsicherheit nach. Im Zuge dessen sinkt auch der Preis. Sobald diese rein spekulativen Käufer den Markt verlassen haben und nur noch diejenigen übrig sind, welche den Bitcoin auch wirklich verstehen, kann der Preis wieder wie gewohnt durch eine wachsende Nachfrage ansteigen.

Deshalb sind diese gelegentlich auftretenden Kurseinbrüche für mich kein Grund zur Sorge sondern eher die Chance für einen Einstieg.

Wir dürfen an dieser Stelle auch nicht vergessen, dass der Bitcoin mit Sicherheit für viele Banken und Konzerne ein Dorn im Auge ist, welcher ihren Einfluss und ihre Kontrolle bedroht. Deshalb werden wir auch in Zukunft diese Art gezielter Attacken auf den Bitcoin noch häufiger erleben.

Natürlich braucht es viel Zeit bis sich ein kompletter Markt verändert und sicher gibt es noch viele offene Fragen. Beispielsweise sind die nötigen Gesetzte in den meisten Ländern noch nicht verfasst. Außerdem haben wir es noch mit einer starken Volatilität zu tun, wie wir sie von unseren herkömmlichen Währungen nicht kennen. Das macht den Bitcoin als alltägliches Zahlungsmittel erst einmal eher unattraktiv, denn wer möchte schon jeden Tag mit Kursschwankungen rechnen müssen.

Selbstverständlich ist in unserer Welt nie etwas zu 100% vorhersehbar, deshalb kann auch niemand mit absoluter Sicherheit voraussagen, wie sich der Bitcoin in Zukunft entwickeln wird. Allerdings bin ich selbst fest davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich die digitale Währung gegenüber unserem veralteten Bankengeschäft behaupten wird. Mein Ziel ist es, bis dahin so viele Menschen wie möglich über diese Veränderung in unserem Finanzsystem aufzuklären.

Erklärvideo von Moritz Renner zu Kryptowährungen im 50PlusFernsehen

Der Autor Moritz Renner

Moritz Renner ist 19 Jahre alt und YouTuber. Mit seinem Online-Marketing und seinen Erklär-Videos hat er sich bereits ein stetiges Einkommen aufgebaut.

Ein Schwerpunkt seiner Berichterstattung sind Krypto-Währungen.

Moritz Renner im Internet: www.moritz-renner.de und YouTube.

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