Börsen-Crash? Was nun? – Antworten exklusiv von Investment-Stratege Daniel Loesche in BESTZEIT-PLUS

Für viele Sparer ist in den letzten Jahren im Rahmen ihrer Altersvorsorge die Anlage in Sachwerten – und damit auch in Aktien – eine willkommene Alternative zu Anleihen gewesen, die angesichts der Nullzins-Politik der EZB kaum noch Renditen abwerfen. Nun beginnt die Fed in den USA langsam die Zinsen für Anleihen zu erhöhen und prompt reagieren die Kurse der Aktienbörsen weltweit.

So erreichte der Dax den tiefsten Stand seit Anfang September 2017, ein Fünf-Monats-Tief. Letztlich verlor der deutsche Leitindex 2,62 Prozent auf 12 260,29 Zähler.

Der MDax, in dem die mittelgroßen deutschen Unternehmen vertreten sind, büßte 2,51 Prozent auf 25 234,46 Punkte ein. Der TecDax der Technologiewerte fiel sogar um 4,03 Prozent auf 2455,76 Zähler.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 2,24 Prozent auf 3377,30 Punkte. Die Leitindizes in London und Paris verloren anderthalb beziehungsweise rund 2 Prozent.

In BESTZEIT-PLUS äussert sich der Investment-Stratege bei Schroder Investment Management, Daniel Loesche, exklusiv zur Lage an den Aktien-Märkten und deren Zukunfts-Aussichten.

Warum kommen die Aktienmärkte gerade jetzt ins rutschen?

Der Auslöser für die gesehene Korrektur lag, unserer Meinung nach, in dem stärker als erwartet ausgefallenem Gehaltswachstum in den USA im letzten Monat, das neue Inflationsängste geschürt und zu einem Abverkauf am Anleihenmarkt geführt hat. Der schnelle Anstieg der US-Anleihenrenditen in Richtung 3% hat dann Zweifel an der Höhe der Bewertungslevel am Aktienmarkt nach sich gezogen und zu fallenden Kursen geführt.

Wie abhängig ist die Entwicklung des DAX von den US-Börsen?

Durch die ausgeprägten, weltweiten, wirtschaftlichen Verflechtungen besteht eine Verknüpfung zwischen den einzelnen Aktienmärkten. Dem US-Markt kommt sicherlich aufgrund seiner Größe und globalen Bedeutung eine Leitfunktion zu. Da sich unterschiedliche Märkte jedoch in verschiedenen Phasen des Konjunkturzyklusses befinden und eigene Charakteristika aufweisen, bewegen sich die Märkte nicht im Gleichschritt. So liegt die Korrelation zwischen den S&P 500 und dem DAX über die letzten beiden Jahre bei rund 0,6.

Ist das, was wir jetzt an den Börsen erleben, wirklich „historisch“ oder eher ganz normal?

Investment-Stratege Daniel Loesche (Schroders) bleibt für Aktien optimistisch

Da viele Märkte in den letzten Monaten schon gut gelaufen sind, steigt generell die Anfälligkeit für eine Korrektur. Die Interventionen der Zentralbanken haben zuletzt zu einer Phase von ungewöhnlich niedriger Volatilität an den Märkten geführt. Da der Ton nun wieder restriktiver wird, ist es normal, dass es auch wieder zu stärkeren Schwankungen kommt.

Wie geht es weiter mit Aktien?

Trotz der gesehenen Korrektur schätzen wir das aktuelle Umfeld insgesamt nach wie vor als konstruktiv ein. Neben steigendem Wirtschaftswachstum und moderat anziehender Inflation beobachten wir eine durchaus erfreuliche, globale Handelsdynamik und steigende Unternehmensgewinne. Allerdings sind wir der Meinung, dass die Kurse an den Aktienmärkten langsamer steigen könnten, da die Effekte durch den schwächeren US-Dollar sowie die Steuerreduzierungen in den USA größtenteils vom Markt eingepreist worden sind und die Anleihen-Renditen ansteigen. Des Weiteren nimmt das Potential für positive Überraschungen ab, nachdem die letzten Prognosen nach oben angepasst wurden. Vor diesem Hintergrund werden wir Schwächephasen nutzen, um unsere Aktienquote wieder aufzustocken. Auf der Anleihenseite präferieren wir in diesem Umfeld Anleihen mit höherer Qualität und niedrigerer Duration.

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