#BTW2017: Nach der Wahl. – Ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Das Ergebnis hat mich nicht wirklich verwundert, wenngleich ich über die Größenordnung des Protests in einigen Regionen unseres Landes doch einigermaßen überrascht bin. Der Rechtsruck gibt mir zu denken. Ich hoffe, nicht nur mir. Und jetzt kommt es, wie es kommen muss. Die Endlos-Debatten sind losgetreten, der Wetteifer um Macht, Positionen und Dienstwagen sind in vollen Gange. Zurück zu den Diskussionen um Obergrenzen und ein Land ohne Diesel; keiner will seine parteieigene Identität verlieren, heißt es aus den Reihen der Politiker. Man muss Sondierungsgespräche führen und überlegen, während man mit Schlamm um sich schmeißt. Es kann durchaus sein – so Kanzleramtsminister Peter Altmaier, dass die Regierungsbildung noch bis Januar 2018 dauert…

Würde sich ein Unternehmer in diese Art „Klein-Klein“ verstricken, käme bald das AUS – davon bin ich überzeugt. Keiner, der klare Kante zeigt, Rückgrat beweist und die Beteiligten zu zielführenden Gesprächen an den runden Tisch holt. Nur so funktioniert es in der Wirtschaft. Politik funktioniert scheinbar anders. Bürger wie ich haben genug davon und ich ahne schon, was morgen früh in der Zeitung steht, denn die Drehbücher schreiben sich einfach. Dabei wäre es für uns, unsere Nachbarländer und den Weltfrieden von höchstem Interesse, dass Deutschland nach innen und außen handlungsfähig bleibt!

Ein weiterer Aspekt.

Der Wahlkampf war feindselig wie nie. Hassparolen, Buh-Rufe, Pfiffe, Menschen, die Tomaten werfen. Die Grenzen dessen, was man sich sagen kann, fallen unaufhörlich tiefer. Das macht mir Angst. Die Gewaltbereitschaft, die Respektlosigkeit, die auf der ganzen Welt um sich greift. Dabei wollen – das setze ich einfach voraus – die meisten normalen Menschen doch nur eines: friedvoll zusammenleben. Selbstverständlich gehört Streitkultur dazu, auch unterschiedliche Meinungen und Ideen. Sachverstand, der unsere Demokratie belebt und uns weiterbringt. Ich frage mich, welche politische Aussage Hassparolen haben und was solcherlei Gebärden mit Meinungsäußerung gemein haben. Für mich nichts. Wutgeschrei ist keine politische Debatte, sondern lässt nur den Schluss zu, dass die, die da grölen und pfeifen nichts anderes können. Schade. Darauf können wir nicht stolz sein.

Viele, auch Politiker haben sich darüber beklagt; Quellen für Gewaltpotential – wie Internet und Social Media – waren gleich ausgemacht. Respektvoller Umgang und eine inhaltliche Auseinandersetzung wurden zurecht eingefordert.

Da muss man sich als Bürger sehr wundern, wenn nach der Wahl, genau von jenen, die den fairen Umgang miteinander proklamieren und Vorbild sein sollen, Aussagen kommen wie „der künftigen Regierung in die Fresse hauen wollen“…

Jetzt wird der Spruch als Scherz deklariert und alles ist gut. Für mich ist es nicht gut. Ich habe respektvollen Umgang auch mit der Sprache gelernt. Solche Aussagen gehören nicht dazu, weswegen ich zum Lachen nicht gleich in den Keller muss.

Frau Merkel hat gesagt, dass sie ihre „Hausaufgaben“ anpacken will, die ihr jene Bürger aufgegeben haben, die dieses Mal nicht die CDU gewählt haben. Da kann ich nur anregen und aufmuntern es zu tun, wie ich es gelernt habe: am besten gleich!

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de.

Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

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