Buch-Tipp 50Plus: Die Evolution der Phantasie

Was verbindet Johann Wolfgang von „Goethes Faust“ mit der Arztromanserie Dr. Norden? Und was haben die Höhlenmalereien von Lascaux mit den Readymades von Marcel Duchamp gemeinsam? All diese Werke lassen sich als Kunst begreifen. Was aber ist Kunst? Wann ist sie entstanden, wie funktioniert sie und welcher Zweck wird mit ihr verfolgt? Antworten auf diese Fragen geben meist Philosophen, Kunsthistoriker oder Künstler selbst, doch in „Die Evolution der Phantasie“ (Hirzel) geht der Evolutionsbiologe Thomas Junker ihnen nach und eröffnet neue und hoch spannende Sichtweisen.

Kunst ist eng mit unseren biologischen Lebenszielen verknüpft

Wussten Sie, dass es biologisch zweckmäßig ist, wenn wir bestimmte Körperformen und Bewegungen, Landschaften und Räume, Geräusche und Gerüche, Tiere und Pflanzen, Gegenstände und Ideen als schön oder als hässlich empfinden? Die großen Themen der Kunst – Freundschaft, Liebe, Begehren, Verrat, Tod, Verzweiflung, Mut … – sind eng mit biologischen Lebenszielen verknüpft und in uns Menschen angelegt. Kunst dient der Selbstdarstellung und dem Sozialkontakt, sie kann unbeschwertes Spiel sein, aber auch handfeste Vorteile bringen. Kunst ist ein Selektionsvorteil. In allen Kulturen haben sich eigene Formen der Kunst entwickelt, durch die sich die Völker voneinander abgrenzen; Kunst bietet uns damit eine kulturelle Identität, die unsere Gemeinschaften zusammenschweißt.

Warum ist Kunst unverzichtbarer Bestandteil unserer Natur?

Professor Thomas Junker beschreibt, wie sich die Kunst entwickelt hat, warum sie uns begeistert und warum sie ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Natur ist. Und er lässt in seinem Buch beide „Seiten“ zu Wort kommen: die Philosophen und Historiker ebenso wie die Psychologen und Evolutionsbiologen. Er will in ein „konstruktives Zwiegespräch“ treten und sich so der Kunst, dieser ganz speziellen Sprache der Menschen und „einer der eindrucksvollsten Erfindungen der Evolution“, auf neue Weise annähern.

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