Buch-Tipp in BZ-Nachrichten: Auf Messers Schneide

Wie das deutsche Kaiserreich 1918 den Weltkrieg verlor

Stand der Ausgang des Ersten Weltkriegs auf Messers Schneide – wie es die Militärs, allen voran der Generalquartiermeister Erich Ludendorff nach 1918 immer wieder behauptete? 100 Jahre nach der deutschen Niederlage zeichnet der Historiker Holger Afflerbach die militärischen Entwicklungen nach, analysiert die politisch-strategischen Entscheidungen und zeigt, dass der Krieg auch anders hätte ausgehen können. Ein deutscher Sieg war zwar schon nach dem Scheitern der Westoffensive mit der Niederlage der Marne-Schlacht im Herbst 1914 in weite Ferne gerückt. Doch gibt es in einer Auseinandersetzung nicht nur Sieg oder Niederlage. 

In seinem dicht argumentierenden, auf zahlreichen neuen Archivrecherchen basierenden Buch zeigt Holger Afflerbach, dass ein Unentschieden das eigentlich logische Ergebnis des Ersten Weltkriegs gewesen wäre – wenn die deutsche Führung nicht schwere Fehler begangen hätte.

Doch auch die Politik der Alliierten muss sehr viel kritischer gesehen werden, als es heute oft geschieht. Die deutsche Politik war nicht so eindeutig auf umfassende Eroberungen und ausgreifende Kriegsziele festgelegt, wie es dem allgemeinen Urteil entspricht, und die deutschen Friedensvorstöße hätten die Möglichkeit geboten, den Krieg zu beenden, bevor er Europa in den Abgrund riss. Doch die Alliierten gingen nicht auf sie ein, weil sie auf den Sieg gegen Deutschland fixiert waren und an ihren eigenen imperialistischen Plänen festhielten.

Details zum Buch Auf Messers Schneide

  • Autor: Holger Afflerbachg
  • Verlag: C.H.Beck
  • Seiten: 664
  • ISBN: 978-3-406-71969-1
  • Preis: 29,95 Euro

Den Dokumentar-Spielfilm „Generale – Anatomie der Schlacht an der Marne“ von Sebastian Haffner sehen Sie im BZ-NachrichtenTV

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