Bundeskabinett legt Rentenkonzept vor – Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus): Demografiefonds ist Mogelpackung

Die Bundesregierung hat ein Rentenkonzept beschlossen, mit dem die „doppelte Haltelinie“ erreicht werden soll. Die Parteien der GroKo wollen dafür sorgen, dass das Rentenniveau bis 2025 nicht unter 48 Prozent sinkt. Gleichzeitig sollen die Beiträge zur Rentenversicherung nicht über 20 Prozent steigen. Ermöglichen soll dies nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ein höherer Bundeszuschuss. Ferner ist ein sogenannter „Demografiefonds“ als Absicherung für den Fall geplant, dass die Einhaltung beider Ziele bedroht ist.

Hubertus Heil legt doppelte Haltelinie auf

Die Bundesregierung will darüber hinaus eine Besserstellung von Erwerbsminderungsrentnern erwirken und Geringverdiener bei Sozialbeiträgen entlasten. Vorgesehen sind auch Verbesserungen für Frauen und Männer, die vor 1992 geborene Kinder erzogen haben.

Das Bundeskabinett soll das Reformpaket mit einem finanziellen Volumen von rund 35 Milliarden Euro nach der Sommerpause billigen. Danach beginnen dann die parlamentarischen im Bundestag. Die Neuregelungen sollen Anfang 2019 in Kraft treten.

Eine Grundrente für langjährig Versicherte und weitere Weichenstellungen für die Zeit nach 2025 sollen später folgen.

Der SPD-Politiker Heil führte aus, mit dem ersten Renten-Reformpaket wolle man den verbreiteten Sorgen um eine gute finanzielle Absicherung im Alter entgegentreten. Es gehe darum, neues Vertrauen zu schaffen. Man müsse die älter werdende Gesellschaft zusammenhalten und dürfe nicht zuzulassen, dass Generationen gegeneinander ausgespielt würden.

Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus) bezeichnet Demografiefonds als Mogelpackung

Uwe-Matthias Müller: „Ein Demografiefonds ist mehr als ein Rentenfonds“

„Es ist zu begrüßen, dass die Bundesregierung sich Gedanken um die Zukunft der Rente macht.“ so Uwe-Matthias Müller, geschäftsführender Vorstand des Bundesverband Initiative 50 Plus (BVI50Plus).

„Die doppelte Haltelinie bis zum Jahr 2025 ist allerdings wahrscheinlich aufgrund der demografischen Entwicklung nicht das große Problem. Die Zeit ab etwa 2030 wird kritisch. Dann gehen viele gutverdienende Babyboomer in Rente und gleichzeitig sinkt die Zahl der Beitragszahler. Der Demografiefonds ist eine Mogelpackung, denn es handelt sich in Wirklichkeit um einen Rentenfonds. Drei Milliarden Euro für diesen Fonds ist bei 83,5 Milliarden Euro, die jetzt schon vom Bundeshaushalt als Zuschuss in die Rentenkasse fliessen, auch nicht viel. Ein wirklicher Demografiefonds, der diesen Namen verdient, würde die Kosten der demografischen Entwicklung auffangen. Dafür müssten diese Kosten aber erst einmal beziffert werden.“ fordert Uwe-Matthias Müller vom Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus).

Kommentar hinterlassen zu "Bundeskabinett legt Rentenkonzept vor – Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus): Demografiefonds ist Mogelpackung"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: