Bundesinnenminister Friedrich auf dem Berliner Demografie-Forum

Dr. Hans-Peter Friedrich hat in seiner beachtenswerten Ansprache auf dem 1. Berliner Demografie-Forum auf die großen infrastrukturellen Herausforderungen hingewiesen, die auf unser Land durch den demografischen Wandel zukommen. Dabei könne es jetzt nicht mehr darum gehen, den demografischen Wandel zu bekämpfen – denn er sei da und eine Realität. “Wir können ja wohl kaum alle Menschen über 70 verbieten und Frauen unter 30 3 Kinder aufzwingen”. Also müssten die notwenigen Maßnahmen ergriffen werden, um aus der Situation das Beste zu machen.

Kristina Schröder (CDU) hatte ebenfalls eine klare Botschaft: „Die Arbeitswelt muss weiblicher werden, und die Fürsorge in der Familie muss männlicher werden.“ Schröder sagte in ihrer Eröffnungsrede des Berliner Demografie-Forums, sie sehe Demografiepolitik als Aufgabe für sämtliche Politikbereiche. „Wir haben uns in der Vergangenheit zu sehr an den Ansatz gewöhnt, dass mehr Geld mehr hilft“, sagte Schröder. Angesichts knapper Kassen sei die größte Ressource jedoch der Mensch selbst. Er solle mehr darin unterstützt werden, Verantwortung zu übernehmen. Wer sich Zeit nehme für Kinder oder andere familiäre Pflichten, solle dafür nicht mit eingeschränkten Chancen im Beruf bezahlen müssen. „Die Arbeitswelt hat mit der gesellschaftlichen Entwicklung nicht mitgehalten.“

Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Allianz, ist überzeugt, „die Entlastung der jungen Generationen“ müsse an erster Stelle stehen. Denn nur wenn sie unterstützt würden, könne Deutschland „die demografischen Herausforderungen bestehen“. Sein Vorschlag: mehr Ganztagsschulen, ein verpflichtendes soziales Jahr und ein Übergang vom umlagefinanzierten System hin zu einem Kapitaldeckungssystem.

Statistiker weisen schon seit Jahren auf den demografischen Wandel hin. Während jetzt noch mehr als 81 Millionen Menschen in Deutschland leben, werden es bis zum Jahr 2060 nach Modellrechnungen nur noch 65 bis 70 Millionen sein. Gleichzeitig nimmt der Anteil älterer Menschen stetig zu.

Auf Einladung des BMFSFJ waren neben dem Bundesverband Initiative 50Plus gut 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung zum 1. Berliner Demografie-Forum in die Berliner Managementschule European School of Management and Technology (ESMT) gekommen.

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