Dalida – Film-Tipp 50Plus in BESTZEIT-PLUS

1933 wurde sie in Kairo geboren, 1987 starb sie einen tragischen Tod. Dazwischen lebte Dalida ein filmreifes Leben, das ihr erstes Konzert im legendären Olympia in Paris 1953 ebenso umfasste wie die Ehe mit Lucien Morisse, dem Leiter des damals neu gegründeten Privatradiosenders Europe 1, den Beginn der Disco-Ära, ihre spirituelle Entdeckungsreise nach Indien oder den weltweiten Erfolg von „Gigi l’amoroso“ 1974. Dalida war eine unkonventionelle, moderne Frau in konventionellen Zeiten, deren einzigartiges Talent und unvergleichliche Ausstrahlung bis heute nichts von ihrer Wirkung eingebüßt haben.

DALIDA, inszeniert von Lisa Azuelos („LOL – Laughing Out Loud“), zeichnet das berührende, mitreißende und tragische Porträt einer emotional komplexen und vielschichtigen Frau, die dazu geboren wurde, ein Star zu sein. Sie zählt mit über 150 Millionen verkauften Tonträgern nach wie vor zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Welt, und als erste Sängerin überhaupt erhielt sie eine diamantene Schallplatte. Ihre größten Erfolge – „Ciao,
Ciao, Bambina“, „Am Tag, als der Regen kam“, „Besame Mucho“, „Laissez-moi danser“, „Paroles, Paroles“ oder „Gigi L‘Amoroso“ – haben bis heute einen einzigartigen Wiedererkennungswert und machen sie unsterblich. Der Film entstand nach der einzigen offi ziellen Biographie „Dalida. Mon Frère, tu écriras mes mémoires“ von Catherine Rihoit und Dalidas Bruder Bruno Gigliotti, der auch unter seinem Pseudonym ORLANDO an der Drehbuchadaption mitwirkte. Dalidas Todestag, der 3. Mai 1987, jährte sich in diesem Jahr zum 30. Mal.

Der Trailer zum Film Dalida im 50PlusFernsehen

Interview mit der Hauptdarstellerin Sveva Alviti

Sveva, die wenigsten Kinozuschauer werden Sie kennen bevor sie DALIDA sehen. Was haben Sie gemacht, bevor Sie diese Rolle übernahmen?

Als Kind, zuhause in Rom, träumte ich davon Tennisspielerin zu werden. Und ich kam auch an den Punkt, wo ich mich für eine Profi karriere hätte entscheiden können. Doch alles änderte sich, als mich meine Schwester bei einem großen Model-Wettbewerb der Agentur Elite in Italien anmeldete. Ich hatte das Glück zu gewinnen und zog mit 17 Jahren nach New York. Ich realisierte früh, dass ich eigentlich Schauspielerin werden wollte, also sah
ich Modeln als Mittel zum Zweck, um die beste Schauspielschule in New York bezahlen zu können. Ich arbeitete neun Jahre lang als Model und hatte meinen Traum von der Schauspielerei schon fast aufgegeben, als Dalida meinen Weg kreuzte.

Wie kam es dazu?

Lustigerweise weigerte ich mich zunächst, für das Casting nach Europa zu fliegen. Mein Agent pochte wieder und wieder darauf, aber ich war mir sicher, dass ich keine Chancen haben würde, weil die Rolle viel zu groß war für eine Anfängerin wie mich. Davon abgesehen sprach ich kein Französisch und singen und tanzen konnte ich auch nicht. Ich hatte nicht die geringste Ahnung warum sie mich überhaupt zum Vorsprechen sehen wollten. Letztlich überzeugte mein Agent mich davon, zumindest ein Demovideo von mir mit meinem iPhone aufzunehmen. Erst in der Vorbereitung dafür lernte ich, wer Dalida überhaupt war. Wie alle Italiener kannte ich ihre Songs, doch über sie als Person wusste ich nichts. Ein Interview mit ihr, das ich auf YouTube sah, änderte alles. Sie berührte mich, plötzlich fühlte ich mich ihr sehr nahe. So als würde ich sie auf Anhieb verstehen. Wie könnte ich eine so sensible, warmherzige und starke Frau nicht spielen wollen? Also fi ng ich an, mich selbst in dieser Rolle zu sehen.

Wie ging es weiter?

Lisa hatte sich ungefähr 200 Schauspielerinnen angesehen und 20 waren noch im Rennen. Ich beschloss, dass es an der Zeit war, endlich doch persönlich nach Paris zu fl iegen. Ich musste einen Song vorbereiten, den ich als Playback vortragen würde. Ich entschied mich für „Je suis malade“, denn das ist der Dalida-Song, der mich am meisten berührt. Eigentlich war ich mir sicher, dass ich keine Chance haben würde. Aber das war mir egal,
ich sang für mich selbst, um etwas aus meinem Innersten auszudrücken. Der Song ist auch ein Gedicht, und ich verstand den Schmerz, der in dem Text steckte. Als ich fertig war, waren alle ganz still. Ich sah, dass Lisa weinte. Das einzige, was ich sagte, war: „Ich bin Dalida.“ Und sie antwortete: „Ich weiß!“

Wie war das entscheidende Treffen mit Orlando?

Ich war sehr nervös ihn zu treffen, aber ich tat so, als sei ich schon in der Rolle. Quasi jene Nervosität, die Dalida vor einem Auftritt gespürt haben muss. Orlando war unglaublich liebenswürdig. Er ließ mich wirklich hart an ihrer Gestik arbeiten, aber dann ließ er mir auch die Freiheit, Dalida auf meine Weise zu interpretieren. Ich wollte sie nicht bloß imitieren, sondern sie mir wirklich aneignen. Nach dem Ende der Dreharbeiten machte Orlando mir das größte Geschenk, das mir irgendjemand machen konnte: er schenkte mir ein Paar Ohrringe, die Dalida gehört hatten, und nannte mich seine „kleine Schwester“.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Insgesamt waren es neun Monate wirklich harter Arbeit. Zunächst einmal musste ich ja Französisch lernen. Die Dreharbeiten selbst dauerten drei Monate und fanden in Frankreich, Italien und Marokko statt. Sie waren ganz schön ermüdend, denn ich musste jeden Morgen vier Stunden in der Maske sitzen, wo mir eine Perücke, eine falsche Nase und Zahnprothesen verpasst wurden. An machen Tagen stand nach einer Szene aus den Fünfzigern eine aus den Achtzigern auf dem Drehplan. Ich hatte einen Coach zum Proben und ich arbeitete am Drehbuch bis ich es in- und auswendig kannte. Die anderen Schauspieler, die alle viel mehr Erfahrung hatten als ich, halfen mir sehr und gaben mir viele gute Ratschläge. Nicolas Duvauchelle, Niels Schneider, Riccardo Scamarcio, JeanPaul-Rouve – sie alle haben mich sehr unterstützt. Und natürlich war die Arbeit mit Lisa Azuelos fantastisch. Sie war wie eine Mutter zu mir: voller Verständnis und Ermutigung. Was ihr am meisten am Herzen liegt, ist die Wahrhaftigkeit, deswegen hat sie kein Problem damit, auch Raum für Improvisation zu lassen. Das war großartig.

Wie ist es Ihnen als junger Frau gelungen, eine lebensmüde 54-jährige zu spielen?

Unsicherheit und Verletzlichkeit haben nichts mit dem Alter zu tun. Genau wie Dalida bin ich ziemlich intuitiv und in mich selbst zurückgezogen, deswegen habe ich sehr gut verstanden, wie es ihr ging. Einer der besten Aspekte an der Arbeit als Schauspielerin ist die Tatsache, dass man Dinge zum Ausdruck bringen kann, die tief in einem selbst schlummern. Wir alle haben eine dunkle Seite in uns, und ich fand es interessant, meine auszuloten. Die schwierigste Szene war für mich gar nicht Dalidas Selbstmord, sondern ihre Abtreibung. Das Opfer, das sie brachte, als eine Frau, die immer von einem Kind geträumt hat, war geradezu unmenschlich. Aber zum Glück hat Dalida in ihrem Leben nicht nur Leid erlebt. Und die glücklichen Szenen zu drehen hat unglaublich viel Spaß gemacht. Im echten Olympia zu singen und in San Remo – das war unglaublich und unvergesslich. Es gab Momente bei den Dreharbeiten in denen ich nicht mehr genau wusste, ob ich Sveva oder Dalida war. Es war eine schwindelerregende Erfahrung zwischen Freude und Schmerz. Inzwischen steckt Dalida nicht mehr so sehr in mir, was vermutlich auch ganz gut ist. Aber sie wird immer das größte Geschenk meines Lebens bleiben.

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Der Film DALIDA wird unterstützt vom Bundesverband Initiative 50Plus.

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