Der DAX eilt von Rekord zu Rekord – Deutsche Privat-Anleger lässt das kalt

Deutsche Börse AG - Bildpool Börse Frankfurt - Parkett IHK Frankfurt - Oktober 2014

Ausländische Investoren besitzen durchschnittlich knapp 54 Prozent der Aktien – Anteil steigt um 1,2 Prozentpunkte. Die DAX-Konzerne schütten 36,1 Milliarden Euro an Aktionäre aus – 19,4 Milliarden davon fließen an ausländische Aktionäre. Der Großteil der DAX-Aktien ist im Besitz institutioneller Investoren. Deutsche Privatanleger halten nur 11 % der DAX-Aktien.

Der DAX eilt von Rekord zu Rekord – vor allem ausländische Institutionelle profitieren

Ausländische Investoren haben ihr Engagement bei DAX-Konzernen im vergangenen Jahr gesteigert: Zum Jahresende 2017 hielten sie durchschnittlich 53,7 Prozent der Aktien – ein Jahr zuvor hatte der Anteil bei 52,4 Prozent gelegen. Entsprechend profitieren sie in diesem Jahr überdurchschnittlich stark von den kräftig steigenden Dividendenausschüttungen der deutschen Top-Konzerne: Die Ausschüttungen an ausländische Aktionäre steigen um 18 Prozent auf den Rekordwert von 19,4 Milliarden Euro, während die Dividendenzahlungen an inländische Aktionäre nur um 9 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro zulegen.

Deutsche Aktionäre spielen hingegen eine immer kleinere Rolle: Sie hielten zum Jahresende 35,8 Prozent der Anteile (Vorjahr: 37,7 Prozent), geografisch nicht zuordnen ließen sich 10,5 Prozent der Aktien.

Aktuell liegen bei den Unternehmen, die entsprechende Angaben machen, durchschnittlich 28,2 Prozent der Aktien bei Investoren aus dem europäischen Ausland – das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr – und 20,5 Prozent bei nordamerikanischen Investoren, was einem Zuwachs um einen Prozentpunkt entspricht.

Mathieu Meyer (EY) sieht gute Gründe für das starke Engagement der Ausländer im DAX

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zur Aktionärsstruktur der im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen. Stichtag ist jeweils das Ende des vergangenen Geschäftsjahres.

„Die deutschen Top-Konzerne agieren heute in einer stark globalisierten Weltwirtschaft, sie erwirtschaften einen immer größeren Teil ihres Umsatzes auf ausländischen Märkten und sind auf diesen Märkten zum Teil auch Marktführer. Aufgrund ihres weltweiten Erfolgs liegt es nahe, dass das Interesse ausländischer Investoren an Deutschlands Top-Unternehmen weiter steigt“, sagt Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung bei EY.

Privatanleger bleiben in der Minderheit

Der Großteil der DAX-Aktien ist nach wie vor im Besitz institutioneller Anleger, dazu zählen etwa Pensions- und Investmentfonds, Versicherungen oder Kreditinstitute: Sie halten im Schnitt mehr als sechs von zehn Aktien (63 Prozent). Privatleute haben als Aktionäre hingegen nur eine relativ geringe Bedeutung – sie halten im Durchschnitt elf Prozent der Aktien. Strategische Investoren wie Familien oder Unternehmen halten durchschnittlich zwölf Prozent der Aktien. Das Engagement des Bundes oder der Länder, der KfW-Bankengruppe sowie eigene Aktien spielen insgesamt hingegen kaum eine Rolle (vier Prozent).

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