Deutsche sparen und kaufen Anleihen – dabei wäre mit Aktien viel mehr zu verdienen

Deutsche Anleger klagen über die Nullzins-Politik der EZB und die Strafzinsen, die Banken und Sparkassen erheben. Sie flüchten bei Investments in Immobilien. Auch ausländische Anleger kaufen „wie verrückt“ deutsche Immobilien. So wurden z.B. jüngst für eine Wohnung in Berlin mehr als 32.000,00 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Verrückte Zeiten? Mag sein. Aber es gibt durchaus eine Alternative, die in den letzten Jahren immer gezogen hat und die ebenfalls von ausländischen Investoren erkannt, von Deutschen Anlegern aber immer noch überwiegend gemieden wird: Aktien und deren Dividenden-Rendite.

Kursentwicklung der Dax-Unternehmen zeigt seit 2012 nach oben. Grafik: Finanzen.net

Die Entwicklung der 30 größten Unternehmen, die im Börsen-Index DAX vereint sind, geht nach oben. Und das seit Jahren stetig.

So zeigt die nebenstehende Grafik deutlich die Entwicklung der Aktienkurse seit 2012 – das ist eine positive Tendenz, die seit 5 Jahren anhält. Natürlich gibt es bei der Kursentwicklung von Aktien keine Garantie – auch nicht bei den Vorzeige-Unternehmen des DAX, wie Adidas, Allianz, Lufthansa oder Daimler.

Aber: die Tendenz stimmt. Wer – wie Börsen-Urgestein André Kostolany sagte – Aktien kauft und sie liegenlässt, kann langfristig wenig falsch machen. (Weitere Börsenweisheiten von André Kostolany fiden Sie hier.)

Ein weiterer Grund, sich ernsthaft mit Aktien als Anlage-Alternative zu Sparbuch-, Festgeld- und Anleihe-Anlagen zu beschäftigen, sind die Ausschüttungen – Dividenden – der großen Unternehmen. Die Dax-Unternehmen schütten an ihre Aktionäre für das Jahr 2016 so viel Dividende aus, wie noch nie. Satte 32 Milliarden Euro fließen an die Anleger. Auch hier lohnt sich ein Blick in die Historie und ein Vergleich: während 2012 die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen bei 1,6 % lag, erzielten die DAX-Unternehmen eine Dividendenrendite von 3,8 %. 2015 war das Mißverhältnis noch krasser: 0,7 % Rendite bei Anleihen, 2,1 % Rendite bei Dividenden.

Von der positiven Tendenz an den Aktienmärkten profitieren deutsche Anleger allerdings wenig. Und das liegt daran, dass nur knapp jeder 10. Bundesbürger direkt oder indirekt Aktien besitzt. Zwar sind viele Deutsche stolz auf die Leistungen der Wirtschafts-Unternehmen, beteiligen wollen sie sich dann aber lieber doch nicht. Und so bekommen ausländische Investoren, vor allem angelsächsische Kapitalgesellschaften oder Pensionsfonds, den Hauptteil der Gewinne.

Während also die guten Ergebnisse deutscher Unternehmen an den Börsen die Rentner-Herzen im Ausland höher schlagen lassen, gehen deutsche Anleger, was ihre private Altersvorsorge anbelangt, überwiegend leer aus.

 

 

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