Die Sache mit den Falten. Ein Kommentar von Renate Zott

Das Schöne ist: keiner bleibt verschont. Weder Mann noch Frau. Das weniger Schöne ist: Falten machen Männer sexy, Frauen alt – jedenfalls, wenn man der (noch) öffentlichen Meinung glaubt. Ich gehöre demnach zweifelsohne in die Liga „alt“.

Leute, so einfach ist das nicht, auch wenn die neue 40 jetzt 50 ist. Heute beäugen zwar schon Mädels mit 25 Linien, die noch gar nicht da sind und ich glaube, ich habe die ersten mit Ende 30 in meinem Gesicht entdeckt. Der kritische Blick mit der Vergrößerungsseite vom Kosmetikspiegel hatte mich zum Zeitpunkt X verraten. Da bahnten sich doch tatsächlich die ersten Bahnen des Lebens an. Hilfe, wie schrecklich ist das denn… falsche Spiegelseite – nix für Feiglinge.

Topagemodel Renate Zott gibt der Generation 50Plus ein Gesicht

Nach der ersten Schockstarre war klar, dass nun die Liga der „Anti-Age“ Produkte mit zu uns ins Badezimmer einziehen muss. Eine für die Augen, für den Hals, für morgens und abends. Pflegeliebhaberin war ich schon immer, aber jetzt wurde es scheinbar ernst. Die Kosmetikfachverkäuferin lächelte meine Sorgenfältchen quasi weg und beriet mich sozusagen nur vorsorglich… und: last but not least stellten wir – rein vorsorglich – dann ein ganzes Paket mit Anti-Aging Seren und Crèmes für alle Gesichtsbereiche bis runter zum Dekolleté zusammen. An der Kasse schluckte ich nicht schlecht und ging freudestrahlend raus aus dem Laden. Männer: das war fast so wie ‚nen neuen Wagen bestellen – Glückshormone pur und jede Menge Vorfreude auf das glänzend polierte Ergebnis…

Abends präsentierte ich dann voller Stolz die gesamte Vorsorgepalette meinem Mann. Schweigen. Augenbrauen hoch und: „für was brauchst du das alles!?“ Ich: „gegen die Falten“! Er: „wo denn?“ Ich: da, guck doch mal!“ Er: „seh‘ nichts“ und weiter: „und das steht dann auch noch alles im Bad rum?“ Ja genau. Ach du meine Güte!

Meine Sorgen wurden also nicht geteilt, dafür aber zum Glück weiterhin das Badezimmer mit allen Tuben, Tiegeln und Pröbchen aus dem neuen Pflege-Anti-Aging-Programm.

Anit-Aging mit allen Mitteln? Topagemodel Renate Zott sagt dazu nein!

Und da kommt es ja am Ende nicht von ungefähr, wenn man dann beim nächsten „Gleichaltrigentreffen“ gleich mal ausgiebig über alle Falten – also die, die kommen werden und die, die schon da sind – plaudern kann. Das Thema ist sowieso en vogue. Ich lerne: die Lösungsstrategien sind viel
vielfältiger als ich mir das vorgestellt und angelesen hatte. Da dachte ich vorher, ich wäre mit meinen ganzen neuen ​Errungenschaften ganz weit vorne und hinterher war ich schockiert zu hören, zu welchen Mitteln und Methoden andere greifen und bin es immer noch, denn die Sache mit den Falten dauert ja an…

Da kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr raus, was wer alles schon hat machen lassen bzw. turnusmäßig machen lässt und fühlt sich mit den Mitteln „von oben“ schon fast antiquiert. Komisches Gefühl – hab‘ ich da was verpasst? Zeitgemäß sind demnach nur noch die Faltenkiller, die so richtig an und unter die Haut gehen. Wirklich? Nicht wirklich. Sie rauben die Schönheit des Alters unwiederbringbar; machen unglaubhaft und zeichnen ein stereotypes Gesicht. Und ob gut geschnippelt oder schlecht, am Ende gibt es sowieso kein Entrinnen. Wer soll das schön finden?

Auch dazu hat mein Mann eine klare Meinung. Er sagt immer: „Schatz, mach‘ das bloß nicht!“ Ich pflege meine Falten weiter von oben, fühle mich mindestens wie die neue 40 und kann nur sagen: Wahre Schönheit kommt von innen!

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de.

Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

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