Ein aktives Leben im Alter hängt vom Einkommen ab – Bundesverband Initiative 50Plus fordert mehr Eigenvorsorge

Menschen im höheren Alter sind heute viel aktiver als frühere Generationen. Doch dieses aktive Altern hängt stark auch vom Einkommen ab. Der Bundesverband Initiative 50Plus fordert als Konsequenz mehr Eigenvorsorge.

Die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) beleuchtet das veränderte Lebensbild der Generation 50Plus. Mit der Studie wurden das Konsumverhalten und die Bedarfsentwicklung der Altersgruppen ab 60 Jahre untersucht.

Dabei zeigte sich, dass bei Personen mit höherem Einkommen das Lebenskonzept des aktiven Alterns deutlich weiter verbreitet ist als bei solchen mit einem niedrigen Einkommen. In der Gruppe der besonders Aktiven beträgt das durchschnittliche Nettoäquivalenzeinkommen mit 2.923 Euro fast doppelt so viel wie bei den wenig Aktiven (Faktor 1,74). Außerdem sind in dieser Gruppe besonders viele „Ausreißer“ mit einem überdurchschnittlich hohen Einkommen zu finden. Darauf weist der Abstand des Medians vom Durchschnittswert hin, der sich mit zunehmender Aktivität vergrößert.

Die deutlichere Fokussierung der einkommensstärksten Gruppe auf das aktive Altern lässt zwei Schlussfolgerungen zu. Zum einen kann mit dem Einkommensstatus eine andere „Lebensphilosophie“ einhergehen. Zum anderen ermöglicht das größere Einkommen Verhaltensformen des aktiven Alterns überhaupt erst, weil die erforderlichen Finanzmittel vorhanden sind. Darauf deuten weitere Daten aus der Untersuchung hin.

Höhere Konsumneigung

So gibt es wie beim Nettoäquivalenzeinkommen einen klaren Zusammenhang auf der Ausgabenseite. Der Mittelwert der privaten Konsumausgaben der Haushalte ist in der Gruppe der besonders aktiven Älteren fast doppelt so hoch wie der Wert in der Gruppe der wenig aktiven Älteren (Faktor 1,94). Da der Faktor nochmals höher ausfällt als beim Nettoeinkommen, ist zu vermuten, dass eine aktive Lebensführung nicht nur mit durchschnittlich höheren Einkommen einhergeht, sondern auch mit einer generell höheren Konsumneigung.

Sinkende Haushaltsgrößen

Zwischen den Altersgruppen weisen die Konsumausgaben nur wenig Unterschiede auf. Bis auf eine Ausnahme: In der Gruppe der 71- bis 75-Jährigen sinken die Ausgaben deutlich ab.

Da die Konsumausgaben in der Auswertung jeweils auf den Haushalt bezogen sind, leiten die Autoren der Studie daraus nicht unbedingt eine Verhaltensänderung mit zunehmendem Alter ab.

Wahrscheinlicher als Ursache sei die mit dem Alter sinkende Haushaltsgröße. Wegen der Sterblichkeit nimmt die Zahl der Alleinlebenden zu.

Bundesverband Initiative 50Plus fordert mehr Eigenvorsorge

Uwe-Matthias Müller: Jeder muss mehr finanzielle Eigenvorsorge betreiben

Die Rente ist sicher, aber in den meisten Fällen kaum ausreichend, den gewohnten Lebensstandard auch im Alter zu sichern. Daher fordert der Bundesverband Initiative 50Plus als Interessenvertretung der Menschen der Generation 50Plus von jedem Einzelnen mehr Bewusstsein und mehr Engagement für die notwendige Eigenvorsorge im finanziellen Bereich. Gleichzeitig fordert der Bundesverband auch mehr Qualität in der Beratung älterer Menschen und erinnert die Finanzwirtschaft an ihre gesellschaftliche Verantwortung.

„Nur wer sich rechtzeitig (!) kümmert und seinen Ruhestand auch finanziell durchplant kann einigermaßen sicher sein, dass ihn das Thema Altersarmut nicht persönlich treffen wird. Dazu gehört auch, dass der interessierte Bürger engagierte und gut ausgebildete Finanz-Berater findet, die ihm wirklich weiterhelfen.“ so Uwe-Matthias Müller, Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus.

Quelle und Grafiken: Deutsches Institut für Altersvorsorge (DIA), ein Partner des Bundesverband Initiative 50Plus.

Bilder: JouJou/pixelio.de, 50Plus Services

Kommentar hinterlassen zu "Ein aktives Leben im Alter hängt vom Einkommen ab – Bundesverband Initiative 50Plus fordert mehr Eigenvorsorge"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: