Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen: Weiterer Wirtschaftsaufschwung – Fachkräftemangel wird zum Risiko

Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland hält an. Die führenden Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für dieses und nächstes Jahr leicht angehoben. Bremsen könnte der immer spürbarere Fachkräftemangel und ein schärferer Handelskonflikt mit den USA.

Bei allem Optimismus warnen die Wirtschaftsweisen vor einem möglichen Abflauen der Konjunktur

Die Forscher des Sachverständigenrates erwarten für 2018 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum und für das kommende Jahr 2,0 Prozent. Im Herbst 2017 hatten sie noch mit einem Plus von 2,0 und 1,8 Prozent gerechnet. Das geht aus dem Frühjahrsgutachten hervor. Der deutsche Export profitiere vom Aufschwung der Weltwirtschaft, außerdem bleibe der private Konsum stark.

Allerdings gibt es auch Risiken. „Die noch verfügbaren gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten werden allmählich knapper“, hieß es. Die Luft werde „dünner“, sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. In den Unternehmen gibt es bereits eine sehr hohe Kapazitätsauslastung, die zuletzt noch einmal gestiegen sei. Die Firmen sehen den Mangel an Fachkräften als immer größeres Problem. Ein Risiko sei auch der laufende Handelskonflikt mit den USA.

Warnung vor sozialen Wohltaten

„Gerade wenn die öffentlichen Kassen voll sind, sollte die Finanzpolitik die Konsequenzen von langfristig verbindlichen Ausgaben für die gesamtwirtschaftliche Stabilität und die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen im Blick haben“, ergänzte er. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Leistungsausweitungen in der gesetzlichen Rentenversicherung liefen dem Nachhaltigkeitsgedanken zuwider.

Arbeitsmarkt ist angespannt

Der Arbeitsmarkt wird dem Bericht zufolge auch weiterhin von Frühlingsgefühlen geprägt sein. Die Zahl der Arbeitslosen fällt demnach in diesem Jahr auf rund 2,3 Millionen und 2019 auf 2,2 Millionen (2,5 Millionen in 2017). Der Prognose zufolge wird die Arbeitslosenquote nach 5,7 im Jahr 2017 auf 5,2 im Jahr 2018 und auf 4,8 Prozent im Jahr 2019 sinken. Die Zahl der Erwerbstätigen wird 2019 bei 45,3 Millionen liegen und damit um 1 Million höher als in 2017. Für 2018 werden 44,9 Millionen Erwerbstätige prognostiziert.

Die Inflations-Rate wird bis 2019 auf 1,9 Prozent steigen. Damit wird das EZB-Ziel, die Inflationsrate auf mittlere Sicht unter, aber nahe 2 % zu halten, erreicht. Ein Ende der Nullzins-Politik könnte somit angepeilt werden.

 

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