GENERATIONENVERTRAG – und wie man ihn auch sehen kann. – Ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Liebe Menschen 50Plus: Willkommen im Club! Und ja, wir sollten ein bisschen stolz sein. Auf das was wir geschaffen haben. Für uns, unsere Familien und unsere Nation – jeder von uns mit seinem Beitrag. Wir haben den Aufbau der Nachkriegsgeneration fortgesetzt und weiterentwickelt. Deutschland zu dem gemacht, was es heute ist. „Made in Germany“ gilt etwas in der Welt.

Gut fühlt sich das an und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass es so bleibt. Die Welt ein bisschen besser verlassen, als ich sie vorgefunden habe, ist mein ausgesprochenes Ziel! Da kann man den Staffelstab nicht einfach fallen lassen, eine Abfindung kassieren, sich aufs Sofa legen und beklagen, was in der Welt alles schlecht läuft. Dass wir für den Ruhestand durchschnittlich betrachtet zu fit sind und zur Rentenfinanzierung zu alt werden haben mittlerweile auch die meisten Arbeitgeber erkannt. Die Zeiten, Erfahrung und Kompetenz in den Vorruhestand zu schicken, sind glücklicherweise vorbei. Zu groß sind die Lücken, die aufreißen – nicht nur menschlich. Asset, wie man es auch nennt, geht verloren und reißt bisweilen Krater. Auch junge Menschen beklagen das und berichten mir, dass es so wichtig ist, auf die Erfahrung der älteren Generation zurückgreifen zu können. Auf die ganze Fülle an Wissen, das sich über die Jahre angereichert hat. Anwender, die die alten Systeme und Programme kennen, wie ihre Westentasche. Sie sind voll mit Wissensdurst und Motivation, in unsere Fußstapfen zu treten. Zu übernehmen, was wir ihnen mitgeben können. Gleichzeitig gibt ihr junger, frischer Geist neue Ideen und kreative Ansätze, alte Zöpfe abzuschneiden und für eine Weile gemeinsam am Fortschritt zu arbeiten. Mit ihren Energien, die noch so unverbraucht und uneingeschränkt sind, machen sie sich auf den Weg und sind doch froh, wenn wir noch ein paar Meter mitgehen. Und wieder kommt mir das Bild vom Staffellauf vor die Augen, der nur zu gewinnen ist, wenn die Übergabe funktioniert. Vertrauen und Wohlwollen, ein 100% aufeinander abgestimmtes Timing und Training, mit dem Ziel des gemeinsamen Vorankommens sind im Sport selbstverständlich und sollten es auf den so unterschiedlichen beruflichen Ebenen sein.

Mentoring kann man auch dazu sagen.

Ein weiterer, noch nicht sehr beachteter Aspekt kommt hinzu: Das sogenannte SPONSORING. Das assoziiert man üblicherweise mit Dingen, für die jemand Geld gibt. In einer gesunden Unternehmenskultur ist Sponsoring ein völlig immaterieller Wert, dessen Bereicherungspotential für beide Seiten unbezahlbar ist. Genauer gesagt geht es um die Netzwerke. In all den Arbeitsjahren, die hinter uns liegen, sind es am Ende doch die Verbindungen gewesen, die unseren Erfolg ausgemacht haben. Menschen arbeiten mit Menschen und nur wenn diese Verbindung stimmt, sie von gegenseitigem Vertrauen und menschlichem Miteinander geprägt ist, entwickelt sich nachhaltig solider Erfolg. Es ist an uns, dieses Netzwerk an Kontakten und Verbindungen weiterzugeben; unsere Nachfolger einzubeziehen und mit einzugliedern. Nur von uns können sie auch die menschliche Seite unserer Erfahrungen lernen. Wir können warnen, Ratschläge geben, vorstellen, Kontakte ebnen und begleiten. Ich sehe darin einen überaus wertvollen Aspekt, der einem guten Mentoring in nichts nachsteht.

Gleichermaßen brauchen wir das Sponsoring der Jungen, wenn es um die Anwendung 
neuer Techniken geht. Viele Unternehmen bedienen sich zum Austausch und der internen Kommunikation neuer Plattformen, die mit der heutigen „Social Media“ vergleichbar sind. Da sind die meisten Berufsanfänger bestens geübt und vorbereitet, haben ihre virtuellen Netzwerke geknüpft und wissen, welche „Knöpfe“ zu drücken sind. Wie dankbar ist man da für jeden Hinweis. Unsäglich für mich die Vorstellung, Stunden mit der Suche nach dem „richtigen“ Klick zu verbringen, wo die Dinge am Ende erstaunlich einfach sein können. Auf diesem Gebiet, kann ICH noch so viel lernen und ich bin überzeugt, es geht einer Menge Menschen 50Plus wie mir.

Liebe Arbeitgeber, Selbständige und Politiker, ich bin Optimist und überzeugt, dass wir im Generationen-Staffel-Lauf noch einiges an Potential haben. Wir sind noch im Rennen!

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im 50PlusFernsehen:


Grafiken: Renate Zott

Kommentar hinterlassen zu "GENERATIONENVERTRAG – und wie man ihn auch sehen kann. – Ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: