Henning Scherf: Pflegenotstand ist eine Schande für unsere Gesellschaft

Der frühere Bürgermeister von Bremen und Botschafter des Bundesverband Initiative 50Plus richtete auf der Berliner Pflegekonferenz einen flammenden Appell an alle Verantwortlichen, mehr für die Würde der Betroffenen bei der Pflege zu tun.

Die diesjährige Berliner Pflegekonferenz steht unter dem Motto „Aus der Praxis – für die Praxis“. Der frühere Bremer Bürgermeister Henning Scherf und jetzige Botschafter des Bundesverband Initiative 50Plus ergriff auf der Konferenz das Wort und redete den versammelten Experten ins Gewissen. „Die Situation der Pflege heute ist dramatisch. Und sie wird zur Katastrophe für unser Land, wenn wir nicht jetzt gegensteuern.“ so Henning Scherf vor den Teilnehmern der Berliner Pflegekonferenz. Scherf verwies auf die für ihn  untragbaren Zustände im Bereich des Pflege-Personals, das weder in ausreichender Zahl vorhanden sei, noch fair entlohnt würde. Dies betreffe die häusliche, die ambulante und die stationäre Pflege gleichermaßen.  Die Aufgabe, bzw. der Beruf müssten ein viel höheres Anerkenntnis in der Gesellschaft erfahren und das bürgerschaftliche Engagement gestärkt werden. In dem Zusammenhang sieht Scherf keine Lösung in den Robotik-Technologien aus Japan, die seiner Meinung nach den Menschen auch den letzten Rest ihrer Würde nähmen. Scherf forderte mehr Einsatz für ein generationenübergreifendes, barrierefreies Wohnen und erteilte den Plänen der Jamaika-Koalition-Verhandler eine deutliche Absage. „Wir müssen in die Schaffung barrierefreien, infrastrukturell gut positionierten Wohnraumes investieren. Für Steuersenkungspläne, die nur kurze Zeit wirksam sind und gesellschafts-strategisch verpuffen, ist jetzt nicht die Zeit.“ so Scherf in Berlin.

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