INSA-Sonntagsfrage: was wäre, wenn am Sonntag der Bundestag gewählt worden wäre? Und: wollen die Deutschen ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Das Bild zeigt das Reichstags-Gebäude und das Paul-Löbe-Haus an der Spree. Rechte: 50PlusMedia

Die Union bleibt bei der Sonntagsfrage die Nr. 1 in der Wählergunst. SPD und AfD streiten sich um den zweiten Platz. – Die Mehrzahl der Befragten ab 45 Jahre will ein bedingungsloses Grundeinkommen. Und die Mehrheit aller Befragten gibt dem Euro eine Zukunft – mit Unterschieden in Ost und West. Dies ergeben aktuelle Zahlen des Meinungsforschungs-Institutes INSA, einem Partner des Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus).

Die Union ist derzeit die stimmenstärkste Partei – sie kommt bei der Sonntagsfrage auf 32 Prozent und erreicht 24 Prozent sichere Stimmen. 25 Prozent der Befragten schließen die Union als Wahloption für sich aus. 14 Prozent der Wähler mit Parteinennung können sich hingegen auch vorstellen, die Union zu wählen.

Die SPD kommt auf 17 Prozent der Stimmen bei elf Prozent sicheren Stimmen. Die Sozialdemokraten haben mit 21 Prozent den größten Anteil an potentiellen Stimmen und weisen beim Negativpotential den geringsten Wert auf (20 %).

Die AfD kommt aktuell auf 16 Prozent (12 % sichere Stimmen). Vier Prozent können sich grundsätzlich vorstellen, die AfD zu wählen und zwei von drei Befragten schließen dies aus (67 %).

Die FDP kommt derzeit auf acht Prozent der Stimmen mit vier Prozent sicheren Stimmen und 18 Prozent potentiellen Wählern. Knapp jeder vierte Wähler mit Parteinennung kann sich grundsätzlich gar nicht vorstellen, die FDP zu wählen (24 %).

Die Linkspartei erreicht 11,5 Prozent und liegt somit knapp vor den Grünen. Ihr Anteil an sicheren Stimmen liegt bei acht Prozent und elf Prozent können sich grundsätzlich auch vorstellen, sie zu wählen. 35 Prozent der Wähler mit Parteinennung können sich dies grundsätzlich nicht vorstellen.

Die Grünen kommen aktuell auf elf Prozent der Stimmen (6 % sichere Stimmen). Das Bündnis 90 hat den zweitgrößten Anteil an potentiellen Stimmen (20 %). Jeder vierte Wähler mit Parteinennung kann hingegen sich nicht vorstellen, die Grünen zu wählen.

Befürworten die Befragten die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland?

Jeder zweite Befragte spricht sich in der INSA-Umfrage für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland aus (51 %). 27 Prozent stimmen der Aussage hingegen nicht zu. Dies trifft auf 33 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen zu. 

38 Prozent der befragten 18- bis 24-Jährigen sind für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Mit zunehmendem Alter steigt dieser Anteil kontinuierlich bis auf 58 Prozent bei den 55- bis 64-Jährigen. Bei den ab 65-Jährigen liegt der Wert etwas niedriger (53%).

Es besteht eine eindeutige Beziehung zwischen dem Haushaltsnettoeinkommen der Befragten und dem Anteil derer, die sich für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens aussprechen. 62 Prozent der Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro sind für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Mit zunehmendem Einkommen sinkt dieser Wert bis auf 36 Prozent bei den Befragten mit einem Einkommen von 4.000 Euro und mehr. Umgekehrt ist festzustellen, dass Befragte mit höherem Einkommen der Aussage tendenziell häufiger nicht zustimmen.

71 Prozent der Wähler der Linkspartei sind für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Es folgen die Anhänger der Grünen (62 %), der SPD (58 %) und der AfD (53 %). Niedriger sind die Zustimmungswerte bei den Wählern der Union (40 %) und der FDP (39 %). Die Wähler dieser beiden Parteien sind die einzigen Gruppen, in denen die Ablehnung des Grundeinkommens die Zustimmung überwiegt.

Hat der Euro nach Meinung der Befragten eine Zukunft?

Gut ein Viertel der Befragten stimmt zu, dass der Euro keine Zukunft hat (26 %). Jeder Zweite hingegen stimmt der Aussage nicht zu (50 %). Hierbei ist der Anteil unter den männlichen Befragten (53 %) um sechs Prozentpunkte höher als unter den weiblichen (47 %). 19 Prozent der Männer sowie 30 Prozent der Frauen (je kumuliert) wissen keine Antwort oder machen keine Angabe.

Während in Westdeutschland 24 Prozent der Befragten zustimmen, dass der Euro keine Zukunft hat, sind dies in den neuen Bundesländern mit 33 Prozent deutlich mehr. 52 Prozent der Westdeutschen und 42 Prozent der Ostdeutschen stimmen der Aussage nicht zu.

Mit Abstand am häufigsten stimmen die Wähler der AfD der Aussage zu, der Euro habe keine Zukunft (62 %). Bei den Anhängern der Linkspartei (25 %) und der FDP (24 %) ist es circa jeder Vierte. Es folgen die Wähler der SPD (19 %), der Union (12 %) und der Grünen (8 %). Dementsprechend stimmen vier Fünftel der Grünen-Wähler der Aussage nicht zu (80 %).

Bei den AfD-Anhängern sind dies nur 20 Prozent.

Sehen Sie die aktuelle Analyse von Hermann Binkert (INSA) im 50PlusFernsehen

Kommentar hinterlassen zu "INSA-Sonntagsfrage: was wäre, wenn am Sonntag der Bundestag gewählt worden wäre? Und: wollen die Deutschen ein bedingungsloses Grundeinkommen?"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: