Landtagswahl in Niedersachsen: Ältere entscheiden die Wahl zu Gunsten SPD – Ältere lehnen Merkel-Kurs bundesweit ab

Einmal mehr bestimmen die Wähler 50Plus die politische Landschaft. Dies betrifft die Entscheidung bei den Landtagswahlen in Niedersachsen. Die Zustimmung der Wähler 50Plus zum Kurs von Angela Merkel ist bundesweit gering.

INSA-Studie: Mehrheit der älteren Wähler lehnt den Kurs von Angela Merkel ab

INSA hat die Ergebnisse einer bundesweiten Studie vorgelegt. Darin fragte das Meinungsforschungs-Institut nach der Rolle von Angela Markel bei der Entscheidung, die CDU oder CSU zu wählen.

INSA wollte wissen, ob die aktuellen CDU/CSU-Wähler die Union nur aufgrund von Angela Merkel wählen. 41 Prozent der Unionswähler bestätigen, dass sie nur aufgrund von Angela Merkel CDU/CSU wählen. Darunter sind mehr Frauen (45 %) als Männer (36 %). Knapp jeder zweite Unionswähler (49 %) wählt die CDU/CSU nicht nur aufgrund von Angela Merkel.

Die Befragten, die aktuell eine andere Partei als die CDU/CSU wählen würden, hat INSA gefragt, ob sie sich ohne Angela Merkel vorstellen können, die Union zu wählen. Knapp ein Drittel der Befragten (29 %) gibt an, dass sie sich ohne Angela Merkel eher vorstellen können, die CDU/CSU zu wählen. 50 Prozent der Wähler anderer Parteien können sich trotzdem nicht vorstellen, die CDU/CSU zu wählen.

Blickt man auf die Parteipräferenz der Befragten, zeigt sich, dass vor allem Wähler der AfD (54 %) und der FDP (40 %) angeben, dass sie sich ohne Angela Merkel eher vorstellen könnten, die Union zu wählen. Genauso viele FDP-Wähler (40 %) können sich dies allerdings nicht vorstellen. Wähler der SPD (56 %), der Linken (62 %) sowie der Grünen (73 %) können sich mehrheitlich nicht vorstellen, ohne Angela Merkel CDU zu wählen.

Wie sehen die Befragten den zukünftigen Kurs der CDU?

Im INSA-Meinungstrend wurde nicht nur gefragt, wer die CDU/CSU nur aufgrund von Angela Merkel wählt, sondern auch wie der zukünftige Kurs der Union eingeschätzt wird. Etwa ein Drittel der Befragten (30 %) ist dafür, dass Angela Merkels Kurs für die CDU fortgesetzt wird. Die relative Mehrheit der Befragten (44 %) spricht sich dagegen aus. Männer (48 %) lehnen dabei Angela Merkels Kurs häufiger ab als Frauen (40 %), wobei Frauen häufiger keine Antwort wissen (21 % zu 16 %). Betrachtet man das Alter der Befragten wird deutlich, dass vor allem die älteren Befragten ab 45 Jahre Angela Merkels Kurs mehrheitlich ablehnen (51 %, 52 %, 52 %). Jüngere Befragte unter 44 Jahren stimmen am häufigsten dafür, dass Angela Merkels Kurs für die CDU fortgesetzt wird (35 %, 34 %, 32 %).

Niedersachsen: SPD-Weil profitiert von älteren Wählern

In Hannover ist ein neuer Landtag gewählt worden. Obwohl die CDU im Land zwischen Nordsee und Harz lange Zeit in allen Umfragen führte, verlor sie erstmals seit 1998 ihre Position als stärkste Kraft im Land an die SPD. Der regierende Ministerpräsident Weil konnte sich bei seinem Erfolg in starkem Maß auf die Wähler-Gruppe 50Plus stützen. Auch die CDU profitierte noch von den älteren Jahrgängen. Alle anderen Parteien – Grüne, FDP, Linke und AfD – punkteten dagegen vor allem bei den Wählern U50. Also: Je älter die Menschen in Niedersachsen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine der beiden großen Volksparteien – SPD oder CDU – wählen.

Die Ergebnisse im Detail (Quelle Forschungs-Gruppe Wahlen):

SPD: die Partei konnte in den Altersgruppen ab 45 Jahre überproportional punkten.

Weniger Zustimmung erhielt die SPD bei den jüngeren Wähler-Gruppen, vor allem bei den 30 – 44 Jährigen mit nur 30%. 

CDU: Die Partei erhielt die größte Zustimmung bei den Wählern ab 60. In dieser Altersgruppe wählten 39 % die Partei des Kandidaten Althusmann. Die geringsten Anteile verzeichnete die CDU bei den Wählern zwischen 18 und 29 Jahre. Sie erhielt bei den jüngeren Wählern nur 31 % der Stimmen.

Grüne: Vor allem die Wähler zwischen 19 und 29 Jahren wählten die Grünen (12 %). Aber auch die Wähler zwischen 30 und 59 Jahren wählten mit 10 % doppelt so stark die Grünen, als die Wähler ab 60, bei denen die Grünen nur 5 % erreichten. 

FDP: Bei den Liberalen betrug der Anteil bei den Wählern ab 45 nur 7 %. Bei allen anderen Wählergruppen war die FDP stärker, vor allem in der Altersgruppe der 30 – 44jährigen, in der die SPD am schwächsten abschnitt.

AfD: Die AfD konnte ihre besten Ergebnisse – wie die FDP – in der Altersgruppe 30 – 44 Jahre erzielen. Auch die jüngsten Wähler ab 18 machten die AfD stark. Relativ weniger konnte die Partei bei den Wählern ab 45 Jahre punkten. 

Linke: Ein ähnliches Bild ergibt sich am anderen Rand des Parteien-Spektrums. Die Linke erzielte ihre Erfolge bei den Wählern, die zwischen 18 und 29 Jahre alt sind. Je älter die Wähler werden, desto weniger wählen sie die Linke. Ab 60 Jahre sind es nur noch 3 %.

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