Neulich in Berlin – Dancing in the Hauptbahnhof – von Uwe-Matthias Müller

Die Kriminalität an deutschen Hauptbahnhöfen steigt deutlich. Mehr Gewalttaten, mehr Diebstähle: An den zehn größten deutschen Bahnhöfen ist die Kriminalität teilweise drastisch gestiegen. Das berichtet das Nachrichten-Magazin Der Spiegel. Dann gibt es aber auch Erlebnisse, die einem einfach nur Freude bereiten.

Bahnhöfe in Deutschland machen vielen Menschen Angst

Körperverletzung, Sexualdelikte, Diebstähle, Alkohol-Missbrauch, Aggressivität, Belästigung – es ist nicht sehr schwer, Beispiele für unangenhme Situationen und Verbrechen an großen deutschen Bahnhöfen zu finden, denn die Sicherheitslage dort ist tatsächlich so schlecht wie seit vielen Jahren nicht.

Am Beispiel Stuttgart wird das deutlich: 2011 registrierte die Bundespolizei, die für die Sicherheit im Bahnbereich zuständig ist, rund 1580 Straftaten. 2016 waren es mit 3060 fast doppelt so viele; ein starker Anstieg, der in diesem Zeitraum auch in vielen deutschen Städten zu beobachten ist.

Viele Menschen fühlen sich in und an Bahnhöfen in Deutschland nicht mehr sicher.

Dabei sollen wir doch das Auto stehen lassen und den öffentlichen Personen-Nahverkehr stattdessen nutzen. Dafür aber ist die wohl selbstverständliche Grundlage ein Gefühl der Sicherheit und Sauberkeit…!

Dancing in the Hauptbahnhof – Lebensfreude pur

Kontrast-Programm. 23. August, es war für mich ein langer Tag. Seit dem Morgen Gespräche, Termine, Business-Lunch, Telefonate; dazu kommt, in  Berlin ist es heiss und die Luft feucht. Also ab ins Hotel und abschalten. Ich wohne in einem Hotel am Berliner Hauptbahnhof und komme dort mit der S-Bahn gegen 21.20 Uhr an. Mich wundert ein Menschen-Auflauf und unbestimmte Klänge. Wieder was passiert? Gaffer? Ich bin selbst neugierig, denn die Atmosphäre ist gefühlt nicht bedrohlich. Als ich näher komme höre ich Musik. Hm, ungewöhnlich, Musik im Bahnhof. Was ich dann aber sehe, lässt mich zweifeln, ob der Tag nicht vielleicht doch zu anstrengend für mich war: Eine Etage unter mir sind etwa 200 Menschen, Männer, Frauen, Paare und – tanzen! Tanzen Tango nach den Klängen einer DJane, die gepflegt auflegt. Immer mehr Menschen, junge, 50Plus, alte, strömen auf die Tanzfläche und wiegen durch die Berliner Nacht. Dazwischen staunende Rollkoffer-Zieher, Business-People und Leute wie ich, die vor Staunen den Mund kaum schließen können.

Det is Berlin. Schön iss et.

Der Autor Uwe-Matthias Müller

Uwe-Matthias Müller war neulich in Berlin

Uwe-Matthias Müller wohnt in Bayern und ist Gründer und Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus. Bis 1998 hat er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in (West-)Berlin gelebt.

Heute kommt Uwe-Matthias Müller viel und gern nach Berlin. „Als Berliner auf Zeit geniesst man nur die Vorteile der Hauptstadt und kann die vielen Unzulänglichkeiten einfach ignorieren.“

Mit „Neulich in Berlin…“ erzählt UMM Erlebnisse und Eindrücke aus der Stadt, die sich selbst als arm aber sexy beschreibt.

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