Neulich in Berlin: Handwerkspräsident Wollseifer enthüllt – die OECD ist schuld am Arbeitskräftemangel. – Ein Kommentar von Uwe-Matthias Müller in BZ-Nachrichten

Und wieder grüßt Herr Wollseifer. Einmal mehr spricht der Handweks-Präsident über den Arbeitskräftemangel in seiner Branche. Diesmal dürfen die Zeitungen der Funke-Medien-Gruppe die Erkenntnisse des altgedienten Funktionärs verbreiten. Und die haben es in sich. Herr Wollseifer enthüllt nämlich exklusiv, wer der eigentlich Schuldige am Arbeitskräftemangel im deutschen Handwerk ist. Um die Spannung zu steigern, gehen wir nach dem Ausschluss-Verfahren vor:

  1. es ist nicht der demografische Wandel, der seit 1972 unsere Gesellschaft altern lässt;
  2. es ist nicht die Bundesregierung, die schon 2004 einen Plan zur Bewältigung der Herausforderungen der demografischen Entwicklung in Deutschland vorlegte;
  3. es ist nicht Donald Trump, der ja sonst an allem schuld ist,
  4. es sind nicht die Unternehmen, die keine strategische Personalplanung verfolgen und kein Employer Branding betreiben.

Hans Peter Wollseifer kennt den wahren Schuldigen und den Verantwortlichen für den Arbeitskräftemangel beim deutschen Handwerk. Es ist …. die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ja, die multilaterale Organisation mit 35 Mitgliedstaaten, die sich der Demokratie und Marktwirtschaft verpflichtet fühlen. Die meisten OECD-Mitglieder gehören zu den Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und gelten als entwickelte Länder. Sitz der Organisation und ihrer Vorgängerorganisation, der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (englisch Organisation for European Economic Co-operation OEEC) ist seit 1949 Schloss La Muette in Paris. Die OECD ist schuld, weil sie verhindert hat, dass Jugendliche sich ausbilden lassen und lieber studieren statt schreinern.

Der deutsche Handwerks-Präsident folgt damit den bewährten Handlungs-Mustern, die in der deutschen Geschichte schon mehrfach fatale Folgen hatten. Die Schuldigen an der Misere sind finstere, ferne Mächte, die man nicht so recht greifen kann. Das ist viel bequemer als zu fragen, ob man nicht selbst in der Vergangenheit Versäumnisse angehäuft hat. Eine Idee hätte ja sein können, sich um die vorhandenen Arbeitskräfte besser zu kümmern und sie zu motivieren, länger zu arbeiten. Aber Rettung naht. Herr Wollseifer setzt jetzt auf die Jugend, die nach den aktuellen PISA-Studien zwar nicht gut rechnen und schreiben kann – 2 von 3 Polizeischüler in Berlin erhalten die Note 6 beim Diktat (Berliner Morgenpost) – aber zum schreiben einer Rechnung wird’s schon reichen. Und: 11.000 (von 1,5 Millionen) Flüchtlinge haben im Handwerk einen Ausbildungs-Platz. So geht Integration und Personal-Planung.

Lieber Herr Wollseifer, hoffentlich sind KI (Künstliche Intelligenz) und 3-D-Drucker bald soweit, Ihre fehlenden Handwerker zu ersetzen. Sonst hat das Handwerk bald keinen (goldenen Personal-)Boden mehr!

P.S. Die gesammelten Erkenntnisse des Hans Peter Wollseifer können Sie in der Online-Ausgabe der „Berliner Morgenpost“ lesen.

Der Autor Uwe-Matthias Müller

Uwe-Matthias Müller ist Gründer und Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus. Bis 1998 hat er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in (West-)Berlin gelebt. Heute lebt er in Bayern.

Uwe-Matthias Müller kommt viel und gern nach Berlin. „Als Berliner auf Zeit geniesst man nur die Vorteile der Hauptstadt und kann die vielen Unzulänglichkeiten einfach ignorieren.“

Mit „Neulich in Berlin…“ erzählt UMM Erlebnisse und Eindrücke aus der Stadt, die sich selbst als arm aber sexy beschreibt.

1 Kommentar zu "Neulich in Berlin: Handwerkspräsident Wollseifer enthüllt – die OECD ist schuld am Arbeitskräftemangel. – Ein Kommentar von Uwe-Matthias Müller in BZ-Nachrichten"

  1. Lieber Herr Müller, Sie sagen es: schuld sind immer die anderen! Noch immer schaffen es Politiker nicht, sich an die eigene Nase zu fassen…

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