Neulich in Berlin: Herr Steinmeier, warum sprechen Sie nicht mit uns? – Ein Kommentar von Uwe-Matthias Müller in BZ-Nachrichten

Am Freitag hat sich in Bayern ein besonders widerliches Roheits-Delikt ereignet. Jugendliche, betrunkene Flüchtlinge haben mit einer vollen Flasche Alkohol die Scheibe eines Einsatzfahrzeuges einer Notärztin eingeschlagen, die Frau angegriffen und sie schwer verletzt. Die Notärztin, die im Einsatz war und HELFEN wollte, erlitt einen Kieferbruch und Schnittverletzungen im Gesicht.

Ich empfinde Scham, dass ein Mensch, der selbst anderen Menschen helfen will, sinnlos und ohne Grund angegriffen und verletzt wird.

Es ist eine Schande, dass der Gemeinsinn in unserer Gesellschaft soweit gesunken ist, dass derlei geschehen kann. Es ist eine Schande, dass es anlässlich einer Tat, die für mich schlimm wie Pädophilie und Vergewaltigung ist, keinen breiten gesellschaftlichen Aufschrei auslöst, keine Demonstration organisiert wird.

Und ich klage an. Hermann, Söder, Seehofer, Göring-Eckardt, Lindner, Merkel schweigen. Die Spitzen des politischen Establishments schweigen. Und was macht die amtlich bestellte moralische Instanz unserer Republik, der Bundespräsident? Er schweigt. Herr Steinmeier, Sie sind seit einem Jahr im Amt. Welches sind Ihre Schwerpunkte? Wenn Sie selbst keine Idee haben, wie wäre es, wenn Sie versuchen, unserer Gesellschaft einen moralischen Kompass zu geben? Wo bleibt Ihre aufrüttelnde Ruck-Rede?

Die (selbsternannten) Gutmenschen müssen den Blick auf das große Bild richten und nicht mit Scheuklappen nur Teile der gesellschaftlichen Wirklichkeit wahrnehmen und beklagen. Wenn sie das nicht tun, haben sie das Recht auf Einmischung verwirkt.

Wir dürfen das Feld nicht den Aufwieglern überlassen.

Der Autor Uwe-Matthias Müller

Uwe-Matthias Müller ist Gründer und Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus. Bis 1998 hat er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in (West-)Berlin gelebt. Heute lebt er in Bayern.

Uwe-Matthias Müller kommt viel und gern nach Berlin. „Als Berliner auf Zeit geniesst man nur die Vorteile der Hauptstadt und kann die vielen Unzulänglichkeiten einfach ignorieren.“

Mit „Neulich in Berlin…“ erzählt UMM Erlebnisse und Eindrücke aus der Stadt, die sich selbst als arm aber sexy beschreibt.

1 Kommentar zu "Neulich in Berlin: Herr Steinmeier, warum sprechen Sie nicht mit uns? – Ein Kommentar von Uwe-Matthias Müller in BZ-Nachrichten"

  1. Ein sehr treffender Kommentar!

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