Rentenerhöhung 2016 – Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlen

Rentenerhöhung 2016 - Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlenRentenerhöhung 2016 - Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlen

Rentenerhöhung 2016 – Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlen – Die kräftigste Renten-Erhöhung seit über 20 Jahren ist da: Mit dem 1. Juli 2016 steigen die Renten in Westdeutschland um 4,25 Prozent, in den ostdeutschen Bundesländern um 5,95 Prozent.

Was bringt die Rentenerhöhung?

„Muss ich jetzt Steuern zahlen? Muss ich nun auch rückwirkend Steuererklärungen abgeben? Die Zahl der Rentner hat enorm zugenommen, die sich hilfesuchend an uns wenden“, sagt Bernd Werner, Vorstand der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, Sitz Gladbeck.

„Wir wollen die Rentenerhöhung nicht schlecht reden“, sagt Uwe-Matthias Müller, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus e. V.: „Aber sie wird das fortschreitende Problem der Verarmung im Alter nicht lösen,“ sagt Uwe-Matthias Müller in der gemeinsamen Presseerklärung des Bundesverbandes Initiative 50Plus und der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V..

Rentenerhöhung 2016 - Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlen

Rentenerhöhung 2016 – Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlen – Foto: Andrey Popov, fotolia.com

 

Rentenerhöhung 2016 – Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlen

Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlen – das fragt sich nun die überwiegende Mehrheit der Rentner. Der Grund: Jede Rentenerhöhung fließt direkt in die zu versteuernden Einkünfte ein. Von der Rentenerhöhung 2016 könnten rund 160.000 Rentner insofern betroffen sein, so der Bund der Steuerzahler: Sie müssen nunmehr erstmalig wieder eine Steuererklärung abgeben „Wieviele Pensionäre jetzt auch erstmalig Steuern zahlen müssen, das weiß offensichtlich keiner so genau“, sagt Uwe Matthias Müller.

Uwe-Matthias Müller: „Die Rentenerhöhung 2016 muss also von zahlreichen Ruheständlern auch erst einmal sozusagen sauer verdient werden. Bei anderen wird sie dann etwas helfen, aber doch immer noch nicht ausreichen.“

Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlen – Ein Beispiel:

Ein Angestellter ging 2014 mit 65 Jahren und 3 Monaten in Rente. Er bekommt 1.250 Euro Brutto. Insgesamt erhielt er 2015 15.000 Euro. Davon wird zunächst der Freibetrag abgezogen (32 Prozent bei Renteneintritt 2014). Es bleiben noch 10.200 Euro, die steuerpflichtig sind. Von diesem Betrag werden weiterhin 102 Euro Werbungskostenpauschale abgezogen sowie ca. 1.638 Euro Kranken- und Pflegeversicherung. Übrig bleibt ein zu versteuerndes Einkommen von 8.460 Euro. Davon wir noch der Grundfreibetrag, also das Existenzminimum in Höhe von 8.472 Euro abgezogen. Der hier berechnete „Beispielrentner“ müsste demzufolge 2015 noch keine Steuern zahlen. Aber in diesem Jahr gibt es ja noch die Rentenerhöhung. Sie wird aller Voraussicht nach die Lage in unserem Beispiel verändern: Das zu versteuernde Einkommen wird dadurch den Grundfreibetrag überschreiten, damit ist Einkommensteuer ab 2016 fällig.

Damit geht ein Teil der Rentenerhöhung 2016 an den Fiskus. Uwe-Matthias Müller sagt: „Es gibt keine schlüssige Erklärung dafür, warum jede Rentenerhöhung voll versteuert werden muss. Der Gesetzgeber hat auf diesem Wege jede Rentenerhöhung wieder relativiert. Obendrein nimmt er noch in Kauf, große Verunsicherung unter Rentnern zu stiften, weil viele jetzt nicht mehr wissen, ob sie nun Steuern zahlen müssen oder nicht.“

Die „Rentensteuer“ wird durch das „Alterseinkünftegesetz“ von 2005 geregelt. Danach wird stufenweise der Anteil der Rente erhöht, der versteuert werden muss und zwar jedes Jahr um 2 Prozentpunkte. 2005 lag der zu versteuernde Anteil der Rente bei 50 Prozent. Bei Renteneintritt in 2016 gehen schon 72 Prozent der Rente in das zu versteuernde Einkommen ein.

Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlen – diese Frage stellen sich immer mehr Rentner.

  • Immer mehr Ruheständler werden auch aus ganz anderen Gründen steuerpflichtig. „Viele haben zusätzlich zur gesetzlichen Altersvorsorge Betriebsrenten“, sagt Bernd Werner.
  • „Darüber hinaus nimmt die Zahl derer zu, die weiter beruflich tätig sind. Aus der Not heraus, weil die finanzielle Decke immer schon zu kurz war und nun die gesetzliche Altersvorsorge auch nicht ausreicht. Andere wiederum wollen auch weiter beruflich aktiv sein“, sagt Uwe-Matthias Müller.
  • „Grundsätzlich muss man auch im Ruhestand Einkünfte versteuern, dazu zählen zum Beispiel auch Kapitaleinnahmen, Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung“, sagt Bernd Werner.
  • „Vielleicht noch ein Hinweis: Rentner die seit 2005 oder früher Rente erhalten und 2015 monatlich 1.500 Euro Bruttorente erzielen, müssen in aller Regel zwar keine Steuern zahlen. Aber sie müssen laut Gesetz eine Steuererklärung abgeben. Aber man kann unter Umständen mit dem Finanzamt „verhandeln“, dass von einer Steuererklärung Abstand genommen werden kann, wenn es jedes Jahr zu einer Null-Festsetzung kommt. Das Finanzamt ist nicht daran interessiert, sich mit diesen Steuersachen zu befassen.“

 

Wie hoch darf meine Rente sein ohne Steuern zu zahlen – wer auf diese Frage keine ausreichenden Antworten findet, dem empfiehlt Bernd Werner: „In Zweifelsfällen raten wir Rentnern, bei einem Lohnsteuerhilfeverein oder bei einem Steuerberater professionelle Unterstützung zu suchen.“

Rentenerhöhung 2016 – „Was bleibt da noch übrig für die kommenden Generationen?“

Die aktuelle Rentenerhöhung kostet 2016 etwa 6,4 Milliarden Euro. Ab 2017 müssen dafür jährlich 12,7 Milliarden Euro ausgegeben werden. „Was bleibt da noch übrig für die kommenden Generationen?“, fragt Uwe-Matthias Müller: „Insofern hat der Gesetzgeber hier den Generationenkonflikt heraufbeschworen. Es ist ja schon die Rede von den „reichen Alten“, die heute das Geld verprassen, den Jungen nichts übriglassen, wofür diese dann auch noch bis ins hohe Alter arbeiten müssen.“

Das weiterhin niedrige Zinsniveau mache die Lage noch komplizierter. Uwe-Matthias Müller: „So schön und wichtig die aktuelle Rentenerhöhung auch ist: Es ist höchste Zeit, dass die Politik endlich Konzepte entwickelt, die jungen Menschen eine bezahlbare und zuverlässige Altersvorsorge garantiert.“

 

Über
Wer nicht vorsorgt, verarmt! Immer mehr Menschen verarmen im Alter. Immer mehr junge Menschen schieben das Thema Altersvorsorge vor sich her: Um kurzfristige Konsumwünsche zu befriedigen oder vielleicht auch, weil der befristete Job die finanziellen Möglichkeiten nicht bietet. Dieses Dilemma birgt sozialen Sprengstoff.
Der Bundesverband Initiative 50Plus e. V. und die Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, Sitz Gladbeck, haben sich zusammengeschlossen mit dem Ziel, dieses Thema in die Öffentlichkeit zu tragen.

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