Rentner bekommen mehr Geld – Rentenanpassung höher als Inflation und Lohnentwicklung

Mehr als 20 Millionen Rentner bekommen zum 1. Juli mehr Geld. Die Altersbezüge erhöhen sich um 3,4 Prozent in den neuen und um 3,2 Prozent in den alten Bundesländern. 

Das Rentensystem beruht auf einem Umlageverfahren und orientiert sich an der Entwicklung der Löhne und Gehälter. Möglich wird die Erhöhung 2018 durch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und steigende Löhne. Die Löhne sind 2017 im Westen um 2,93 Prozent im Vergleich zu 2016 gestiegen. Im Osten waren es 3,06 Prozent. Die aktuelle Rentenerhöhung übersteigt also sogar die Entwicklung des Lohnniveaus. Die Rentenerhöhung führt zu jährlichen Mehrausgaben von rund zehn Milliarden Euro.

Für eine Standardrente von 1.336,05 Euro im Osten bedeutet das 45,05 Euro mehr im Monat. In den alten Bundesländern heißt das bei derzeit 1.396,35 Euro Rente im Monat 45,00 Euro mehr im Geldbeutel. Eine monatliche Rente von 1.000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich so um 32,20 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 33,70 Euro. Renten müssen versteuert werden.

Die Standardrente ist ein hypothetischer Wert der zeigt, wieviel ein Durchschnittsverdiener erhält, wenn er 45 Jahre Beiträge auf Basis eines Durchschnittsverdienstes zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt hat. Da die Lebensläufe der Versicherten aber sehr unterschiedlich sind, wird die fiktive Standardrente stellvertretend für die gesamten Altersrenten in der Berechnung verwandt.

Entwicklung der Renten seit 2005

Die Bundesregierung legt jährlich die Rentenanpassungen fest. Dabei ist seit dem Beginn der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) eine deutliche Tendenz erkennbar. Die Ostrenten werden schrittweise an das Westniveau herangeführt. Dabei wird das in den neuen Landern im Durchschnitt geringere Einkommensniveau ignoriert und aus politischen Gründen fallen die Anpassungen dort stärker aus, als in den alten Bundesländern.

Gleichzeitig sinkt das Rentenniveau. Das Rentenniveau stellt die Relation zwischen der Höhe der Standardrente und dem Entgelt eines Durchschnittsverdieners dar. Dabei ist maßgebend das Nettorentenniveau vor Steuern. Es werden von der Standardrente nur die darauf entfallenden Sozialabgaben (Kranken- und Pflegeversicherung) abgezogen. Vom Durchschnittsverdienst werden ebenfalls nur die darauf entfallenden durchschnittlichen Sozialabgaben (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) sowie zusätzlich der durchschnittliche Aufwand zur zusätzlichen privaten Altersvorsorge abgezogen. Steuern bleiben außer Betracht, da die Renten mit Einführung der nachgelagerten Besteuerung seit 2005 nicht mehr einheitlich besteuert werden.

Männer bekommen deutlich mehr Rente als Frauen

Männer erhalten eine durchschnittliche Rentenzahlung von 1.065 Euro, bei Frauen waren es am 1. Juli 2016 im Durchschnitt nur 671 Euro. Knapp zwei Drittel aller Einkommen der Rentnerhaushalte stammten von der gesetzlichen Rente. Dazu kommen Einahmen aus der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. 2015 kamen Ehepaare im Westen auf ein monatliches Nettoeinkommen von durchschnittlich 2.572 Euro, alleinstehende Männer auf 1.593 und Frauen auf 1422 Euro. In den neuen Ländern verfügten Ehepaare über 2.257 Euro, alleinstehende Männer über 1.389 und Frauen über 1.370 Euro. Dies geht aus nach dem aktuellen Rentenversicherungsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hervor (Download hier).

Proteste gibt es aktuell von Beziehern von betrieblichen Altersvorsorge-Zahlungen. Auf diese Betriebsrenten müssen oft  hohe Krankenkassenbeiträge entrichtet werden. Diese Regelung aus dem Jahr 2004 war vielen Sparern offensichtlich nicht bewusst. Die FAZ berichtete darüber.

Die aktuelle Rentenanpassung fällt nicht nur höher als die Entwicklung der Löhne und Gehälter aus. Sie übertrifft auch die Entwicklung der Inflationsrate der letzten Monate.

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