Schon wieder alles TEUER! – Ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Wir sind echte Sparweltmeister und Pfennigfuchser. Doch auch hierzulande hat sich bereits herumgesprochen, dass Geiz nicht so geil ist, weil das zulasten der Qualität und Umwelt geht,
Menschen für Hungerlöhne arbeiten müssen.

Trotzdem fällt mir immer wieder auf, dass ‘TEUER‘ grundsätzlich eine Auslegungssache ist. Ziemlich willkürlich und beliebig gehen wir mit dem Wort um. Wenn man sich sonst nichts Gutes tut, gönnt man sich eben das, was TEUER ist. Männer und Frauen haben dabei ganz unterschiedliche Vorlieben. Für Männer und Frauen gibt es ganz unterschiedliche Schätzchen. Ein Porsche 911 zum Beispiel, ist für den einen teuer und für den anderen eben ein Wagen, den MANN haben will. So ein Teil macht ja auch mächtig Eindruck, so ein Profilierungswagen, bei dem gleich jeder weiß, woher der Wind weht. Schick ausführen kann man den und an der Tankstelle sparen. Kein Scherz, der gleiche Mann vergleicht nämlich gerne mal die Spritpreise; die Versicherungskosten sowieso.

Ja, ihr Lieben, so ist das.

Bei Frauen, die sich gerne im schicken Sportwagen ausführen lassen, hängen die Prios oft in den schicken Designerläden. Die >teuren< Labels sind am Ende doch so verlockend, dass man für ein mega-hammer-Outfit schon mal bereit ist, ein paar Scheine mehr auf die Luxustheke zu legen. Das rechnet sich dann ja auch in einer völlig anderen Währung, nämlich Tragezeit in Jahren durch Anschaffungspreis. Der Preis pro Jahr am Ende fast unverschämt günstig, das macht die Sache charmant und vor allem erklärbar. Versteht jeder. Logisch! Sparen kann FRAU ja an anderer Stelle. Und auch dazu fällt mir genug ein. Hörte ich doch letztens einen aufgeregten Kommentar zum neuen „Butterpreis“ aus eben dergleichen Designer-Konsumenten-Ecke…. „Meine Güte, schon wieder teurer“. Aber wir Damen können auch anders und nicht nur TEUER kann zum Lieblingsstück avancieren. Da kann ich mitreden, auch in meinem Kleiderschrank tummeln sich eine Menge Fundstücke, die nicht teuer waren und mein Herz trotzdem nach wie vor höherschlagen lassen.

Einmal abgesehen von diesem Damen-und-Herren-Prestigestückchen-Geplänkel, das nicht jeden beeindrucken muss, treibt der Preis auch im Alltag ein lustiges Spiel mit uns.

Dabei denke ich zum Beispiel an die wahren Weinkenner. Da darf ein Fläschchen auch mal 80 EUR oder mehr kosten, denn der billige Fusel schmeckt nicht und macht zudem nur Kopfschmerzen. Dann wird geschwenkt, geschnuppert, mitunter auch geräuschvoll durch die Zähne gezogen, geschmatzt und mit blumigen Worten ein Urteil gefällt. Ich bin jedes Mal baff. Nun kommt das Beste: Eine Studie die Psychologen der britischen Universität von Hertfordshire durchgeführt haben, belegt nämlich, dass nur 50% mit Ihrem Urteil, ob es sich um einen edlen Tropfen oder einen 08/15 Wein handelte richtiglagen. Dann kann ich das zukünftig also auch, denn ich habe immerhin eine 50:50 Chance…. klingt fast nach Joker… Nein, Scherz. Belegt aber, dass ganz viel Psychologie im Preis steckt. Was teuer ist, schmeckt auch besser – jedenfalls im Kopf! Na bitteschön!

Es gibt auch Dinge, für die will man einfach nicht viel Geld ausgeben. Mein Paradebeispiel dafür sind die Duftkerzen. Ein kleines Vermögen können die kosten und ich habe im Grunde keine Ahnung warum. Für mich ist es ganz einfach, ich nehme die von einem skandinavischen Möbelhaus und fahre gut damit. Die duften und brennen ganz wunderbar. Dann wiederum gibt es Dinge, da schaue ich nicht auf den Euro. Bei Lebensmitteln ist das so. Es ärgert mich, wenn ich höre, dass der Milchbauer gerade noch 32 Cent für den Liter bekommt. Dann zahle ich gerne mehr, weil das Geschäft mit 32 Cent nicht funktionieren kann. Auch ökologischer Anbau ist mir wichtig, da darf der Apfel auch Macken haben. Jedenfalls versuche ich auf diese Weise meinen Beitrag für nachhaltig gesunde Lebensmittel zu leisten und jene, die die ganze Arbeit damit haben.

Ich stelle fest, jeder hat seine ganz eigene Logik und beim Preis geht es vor allem um eins: Psychologie.

Merke: das Beste im Leben ist nicht teuer und das wahre Glück lässt sich ohnehin nicht kaufen! Einen Toast auf die Liebe!

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im 50PlusFernsehen:

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