Studie: Hälfte der Berliner rechnet mit Einschnitten im Alter – Risiko von Altersarmut wächst

Repräsentative Umfrage der Berliner Sparkasse

Olaf Schulz: Vor allem junge Leute tun zu wenig für die Altersvorsorge

Viele Berliner gehen davon aus, dass sie sich im Alter finanziell einschränken müssen. Ein Drittel rechnet damit, Geld dazuverdienen zu müssen um den eigenen Lebensstandard halten zu können und mehr als die Hälfte glaubt nicht daran, den aktuellen Lebensstandard halten zu können. „In Berlin ist finanzielle Altersvorsorge häufig eine Frage des Könnens und weniger des Wollens. Wo unterdurchschnittliche Einkommen mit rasant steigenden Mieten kollidieren, bleibt unter dem Strich nicht viel Geld für die Zukunft übrig“, sagt Olaf Schulz, Direktor Private Kunden bei der Berliner Sparkasse. „Allerdings lassen sich auch schon kleine Beträge mit staatlicher Förderung aufstocken – diese Unterstützung lassen sich noch zu viele Berlinerinnen und Berliner entgehen.“

Dringenden Handlungsbedarf sieht Schulz insbesondere bei jungen Berlinern. „Ausgerechnet die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen macht sich die wenigsten Sorgen. Das ist zwar verständlich, da für sie der Ruhestand noch in weiter Ferne liegt. Aber gerade junge Menschen sind von der sinkenden staatlichen Rente besonders betroffen. Wir müssen das Bewusstsein weiter schärfen: Je früher sie Geld zur Seite legen, desto besser.“

Zwar sorgt die überwiegende Mehrheit der repräsentativ Befragten mindestens in einer Form für das Alter vor – doch es werden weniger (78 Prozent gegenüber 82 Prozent im Vorjahr). Gleichzeitig haben die Befragten zunehmend das Gefühl, nicht genug zu investieren: Noch 2015 empfand die Hälfte der Befragten (51 Prozent) die eigenen Vorkehrungen als eher oder völlig ausreichend, inzwischen gilt dies nur noch für 39 Prozent der Befragten.

Als Ergänzung zur gesetzlichen Rente steht die betriebliche Altersvorsorge am höchsten im Kurs (44 Prozent). Immer mehr Berliner greifen zudem auf Immobilien, Wertpapiere oder Sparverträge zurück, um sich für die Zukunft abzusichern: Diese individuelle Altersvorsorge (37 Prozent) hat im Verlauf der Jahre an Bedeutung gewonnen und Lebensversicherungen (29 Prozent; 2011: 42 Prozent) sowie Riester-Rente (28 Prozent; 2011: 34 Prozent) auf die Plätze drei beziehungsweise vier der beliebtesten Vorsorgeformen verdrängt.

Wie viel die Berliner monatlich für später zur Seite legen, schwankt stark: Mehr als ein Drittel investiert 100 Euro und mehr für die private Altersvorsorge. Dem stehen gut 35 Prozent gegenüber, die gar nichts zurücklegen. Die übrigen Befragten sorgen mit Beträgen zwischen 25 Euro und 100 Euro pro Monat vor. „Dass es durchaus noch mehr sein könnte, ist den meisten sehr wohl bewusst“, sagt Olaf Schulz. So geben 81 Prozent der Befragten an, sie würden stärker in die Altersvorsorge investieren, wenn sie mehr Geld zur Verfügung hätten.


Titelbild Uschi Dreiucker/pixelio.de

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