Udo Lindenberg @Rockliner. – Ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Abgesehen davon, dass man bei der Reisebuchung von der ganz schnellen Sorte sein muss, muss man weder Kreuzfahrt-Fan noch „Lindianer“ zu sein, um begeisterter „Rockliner“ zu werden. Ich schreibe aus meiner eigenen Erfahrung und werde das Gefühl nicht los, es geht um mehr als Musik, Konzerte, Kreuzfahrtvergnügen und Landausflüge. An Bord zu gehen ist wie in eine andere Welt eintauchen. Es hat etwas von „hinter den Horizont gucken“, um es in Udo-Manier zu sagen. Eine sagenhafte Entspanntheit macht sich auf dem ganzen Schiff breit. Eine unausgesprochene Atmosphäre seines Spirits von Frieden, Freiheit, „sich selbst sein dürfen“ & eine große Portion Coolness schwappen wie eine Welle über alle drüber – mitten ins Schiff. Unglaublich locker und herzlich geht es zu. Ich genieße die vielen lachenden Gesichter der Menschen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Jeder darf einfach sein, wie er ist und keiner stört sich daran. Abbild der bunten multi-kulti Republik Deutschland, wie Udo sie besingt und liebt.

Udo Lindenberg auf der Bühne des Rockliner

Wenn Vordenker und Brückenbauer Udo dann beim Auslaufen spricht und singt, sind alle dabei. 2000 Menschen dicht an dicht, die keine Silbe und keinen Ton verpassen wollen. Er ist Menschenfreund und genießt sichtlich, vor „seiner“ Panik-Familie zu stehen. Er berührt zuerst als Mensch, dann als Musiker. Wenige Momente später füllt sich die Bühne mit seinem Panikorchester und der ungebremsten Lust abzurocken. Die Panik-Funken sind längst übergesprungen und das Deck bebt. Nach 3 Songs ziehen sie sich wieder zurück. Aber die Begeisterung und die ausgelassene Stimmung bleibt.

An Bord ist Udo allgegenwärtig. Seine Lieder, sein Schaffen, seine Bilder.

Udo Lindenberg: Ü70 und voll präsent

Wer mag kann Eintauchen in die Udo-Welt und mehr vom Menschen Udo lernen und verstehen, von dem, was ihn bewegt und wofür er kämpft. Ich glaube der Satz „er kämpft für eine bessere Welt“, fasst es gut zusammen. Er prahlt nicht damit, er macht es einfach als einer von uns, denn: einer muss den Job ja machen. Das Rampenlicht liebt er für seine Musik und die spektakulären Bühnenshows, nicht für sein großes Engagement als „Gutmensch und Pazifist“. Auch die Udo-Lindenberg-Stiftung gehört dazu. Junge Texter und Musiker abseits vom Mainstream werden gefördert; kulturpolitische Aktivitäten und sozial-humanitäre Projekte unterstützt. Udo ist eben nicht nur Musiker und Maler. Vor allem Macher. Und was er macht, macht er ganz und gar – leidenschaftlich, aus innerster Überzeugung. Ohne Risiko geht das nicht. Eine Menge davon hat er genommen, seine eigenen Limits gesucht, gefunden – manchmal mit mindestens einem Bein im Abgrund gestanden und dann doch wieder Land gefunden. Er leckt sich diese wunden Zeiten nicht. Offen und ehrlich spricht er darüber, weil es eben ein Teil seiner Bio ist. Als Optimist schaut er auf sein Glück, die Kurve rechtzeitig gekriegt zu haben. Gut so!

Bescheiden und dankbar kommt er rüber, gleichzeitig voller Elan, Tatendrang und mit Plänen für die Zukunft. Auch mit Ü 70 scheint er keinen Gedanken daran zu verschwenden, kürzer zu treten. Im Gegenteil. Seine Coolness und seine ganz eigene Art, Gedanken zu artikulieren, mögen manchmal davon ablenken, dass der Friedensstifter und Utopist Udo Lindenberg ganz klar und beherzt seinen eigenen Weg geht. In seinen Liedern singt er ein Lied davon. Man muss nur seine Texte lesen. Dann ist alles klar – und das nicht nur auf der Andrea Doria…

Renate Zott genießt den „Lindenberg-Spirit“

Sondern auch auf dem Rockliner und unter den Panik-Experten. Ein Schiff das niemals schläft. Die Menge feiert und genießt fast rund um die Uhr. Die Lust am Leben und der Musik will einfach nicht ausgehen. Die Gemeinde an fantastischen (Nachwuchs-) Künstlern tut das ihre mit unzähligen Live-Auftritten drinnen und draußen dazu. Stars und Künstler zum Anfassen – selten ist man ihnen so nah.

Höhepunkt ist auf jeden Fall eines der drei Konzerte, die Udo und sein Panik-Orchester an Bord geben. Ein Vulkanausbruch. Musik & Bühnenshow vom Feinsten in kleinem Kreis. Udo hat’s einfach drauf, die Grenzen zu sprengen, die Menschen in seinen Bann zu ziehen und zu begeistern. Direkt schlafen gehen kann man danach jedenfalls nicht, der „Panik-Push“, Musik und Eindrücke aller Panik-Helden sind einfach überwältigend! Das geht ganz schön tief rein.

Nun könnte man meinen, alles junge Hüpfer, die keinen Schlaf brauchen. Weit gefehlt! Die Schaar der Panik-Experten ist im Schnitt 50Plus und kein bisschen müde. Genau wie Udo: im besten Alter. Und ein bisschen verschmitzt berichtet er von seinen vielen – auch weiblichen – Fans, die ihn über die Jahrzehnte treu begleiten und sagt: „die sind immer noch ganz schön knackig und lecker“. Und er verrät auch das Rezept dazu: „Panik ist die beste Frischhaltefolie“!

Die Welt braucht einfach mehr „Lindi’s“!

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de.

Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

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