Umfrage: Wenn gestern Bundestagswahl gewesen wäre… 25.3.2018 – Und: Gehört der Islam zu Deutschland? Haben Sie Angst vor einem Krieg in Europa? Vertrauen Sie dem Euro?

Die klassische „Sonntagsfrage“ und die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, sind die Hauptthemen der aktuellen Befragung von Wählern durch INSA – einem Partner des Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus). Außerdem wurde gefragt, ob die Deutschen Angst vor einem Krieg in Europa haben.

In der aktuellen Sonntagsfrage kommt die CDU/CSU auf 32 Prozent. Die SPD ist zweitstärkste Kraft und erreicht 17,5 Prozent. Es folgt die AfD, bei der 15 Prozent der Befragten ihr Kreuz machen würden, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären. Die FDP kommt auf zehn und die Linkspartei auf zwölf Prozent. 10,5 Prozent der Befragten würden ihre Stimme den Grünen geben.

24 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass sie die Union wählen würden. SPD und AfD kommen hier jeweils auf zwölf Prozent. Etwa die Hälfte der Befragten, die bei einer Bundestagswahl am kommenden Sonntag die FDP wählen würden, ist sich dessen sicher (5 %). Die Linke kommt auf acht Prozent sichere Stimmen und die Grünen auf sechs Prozent.

Das Gesamtpotential der Union liegt derzeit bei 44 Prozent, denn zusätzlich zu den 32 Prozent der Befragten, die die CDU/CSU bei der Sonntagsfrage als Präferenz angeben, können sich zwölf Prozent grundsätzlich auch vorstellen, die Union zu wählen. Ein Viertel der Befragten kann sich grundsätzlich gar nicht vorstellen, ihr Kreuz bei der CDU/CSU zu machen (24 %). 19 Prozent der Befragten geben an, sich grundsätzlich auch vorstellen zu können, die SPD zu wählen. Somit ergibt sich ein Gesamtpotential von 36,5 Prozent für die Sozialdemokraten. Jeder Fünfte kann sich grundsätzlich gar nicht vorstellen, die SPD zu wählen (21 %). Dieser Wert liegt bei der AfD bei 65 Prozent und ist somit unter den Parteien mit Abstand am höchsten. Vier Prozent der Befragten können sich grundsätzlich auch vorstellen, die AfD zu wählen. Sie erreicht also aktuell ein Potential von 19 Prozent.

Ein Viertel der Befragten (kumuliert) gibt bei der Sonntagsfrage die FDP an oder kann sich grundsätzlich auch vorstellen, sie zu wählen (25 %, kumuliert). 22 Prozent können sich hingegen gar nicht vorstellen, der FDP ihre Stimme zu geben. Die Linkspartei kommt auf ein Potential von 24 Prozent, denn zwölf Prozent der Befragten können sich grundsätzlich auch vorstellen, sie zu wählen. Annähernd ein Drittel der Befragten kann sich grundsätzlich gar nicht vorstellen, die Linkspartei zu wählen (30 %). Dieser Wert liegt bei Bündnis 90/Die Grünen um vier Prozentpunkte niedriger (26 %). 19 Prozent der Befragten können sich grundsätzlich auch vorstellen, die Grünen zu wählen. Somit ergibt sich für sie ein insgesamtes Potential von 29,5 Prozent.

Sind die Befragten der Meinung, dass der Islam zu Deutschland gehört?

Der neue Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat in einem Interview die Meinung geäußert, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Damit widersprach er der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Diese vertritt die Meinung, dass der Islam zu Deutschland gehöre, was sie auch in ihrer Regierungserklärung geäußert hat. Horst Seehofers Äußerungen riefen viele, teils kritische, Reaktionen hervor. INSA wollte von den Befragten wissen, wie sie zu diesem Thema stehen.

Der Aussage „Der Islam gehört zu Deutschland.“ stimmt gut jeder fünfte Befragte zu (22 %). 61 Prozent der Befragten stimmen der Aussage hingegen nicht zu. Hierbei sind die Unterschiede zwischen Frauen und Männern jeweils sehr gering. Jeder Zehnte weiß keine Antwort (10 %) und sechs Prozent der Befragten machen keine Angabe.

In Westdeutschland stimmen 23 Prozent der Befragten der Aussage, dass der Islam zu Deutschland gehört, zu. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als in Ostdeutschland (16 %). Umgekehrt stimmen zwei Drittel der Ostdeutschen der Aussage nicht zu (66 %). In Westdeutschland trifft das auf 60 Prozent der Befragten zu.

37 Prozent der 18- bis 24-Jährigen finden, dass der Islam zu Deutschland gehört. Das ist der höchste Wert im Altersgruppenvergleich. Die 25- bis 34-Jährigen haben zu 26 Prozent dieselbe Meinung. Jeder Fünfte in den Altersgruppen der 35- bis 44-Jährigen und der ab 65-Jährigen stimmt der Aussage zu (je 20 %). Am niedrigsten sind die Zustimmungswerte bei den 45- bis 54-Jährigen (17 %) und den 55- bis 64-Jährigen (18 %). Umgekehrt stimmen 36 Prozent der 18- bis 24-Jährigen der Aussage, der Islam gehöre zu Deutschland, nicht zu. Somit ist diese Altersgruppe die einzige, in der mehr Befragte der Aussage zustimmen als ihr nicht zustimmen (37 zu 36 %). In allen anderen Altersgruppen stimmt mehr als jeder Zweite der Aussage nicht zu. Mit zunehmendem Alter steigt dabei der Anteil derer, die nicht zustimmen. Die einzige Ausnahme bilden die ab 65-Jährigen, bei denen dieser Anteil bei 69 Prozent liegt. Das ist ein Prozentpunkt weniger als bei den 55- bis 64-Jährigen. In dieser Gruppe ist der Anteil derer, die nicht zustimmen, dass der Islam zu Deutschland gehört, am höchsten (70 %).

47 Prozent der Studenten stimmen zu, dass der Islam zu Deutschland gehört. Dies ist mit Abstand der höchste Wert. Bei den anderen Gruppen liegen die Zustimmungswerte zur Aussage zwischen 19 und 25 Prozent. Der höchste Anteil derer, die der Aussage „Der Islam gehört zu Deutschland“ nicht zustimmen, findet sich bei den Befragten mit Lehre oder vergleichbarem Abschluss (67 %). Es folgen die Befragten mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss (63 %). Am niedrigsten ist der Anteil derer, die der Aussage nicht zustimmen, bei Studenten (36 %). 27 Prozent der Befragten ohne Abschluss wissen keine Antwort oder machen keine Angabe (kumuliert). Dies trifft auch auf 33 Prozent der Auszubildenden zu (kumuliert). Bei den anderen Gruppen ist dieser Anteil deutlich niedriger.

Befürchten die Befragten einen Krieg in Europa?

43 Prozent der Befragten geben an, Angst vor einem Krieg in Europa zu haben. Jede zweite Frau (51 %) und ein Drittel der Männer (34 %) stimmen der Aussage zu. Vier von zehn Befragten haben hingegen keine Angst vor einem Krieg in Europa (39 %). Auch hier zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: Jeder zweite Mann (49 %) und 29 Prozent der Frauen stimmen der Aussage nicht zu. 18 Prozent aller Befragten wissen keine Antwort oder machen keine Angabe (kumuliert).

Auch zwischen den Befragten in West- bzw. Ostdeutschland zeigt sich ein Unterschied. Jeder zweite Befragte in Ostdeutschland hat Angst vor einem Krieg in Europa (49 %). In Westdeutschland trifft dies auf 41 Prozent der Befragten zu. Umgekehrt gibt jeder dritte ostdeutsche Befragte an, keine Angst vor einem Krieg in Europa zu haben (33 %). In Westdeutschland sind dies 40 Prozent.

Jeweils 46 Prozent der Befragten in den beiden Altersgruppen ab 55 Jahren haben Angst vor einem Krieg in Europa. Dies ist der höchste Anteil im Vergleich der Altersgruppen. Der Anteil derer, die der Aussage nicht zustimmen, ist bei den 18- bis 24-Jährigen am größten (45 %). In den anderen Altersgruppen liegt dieser Wert zwischen 37 und 39 Prozent.

In einer INSA-Umfrage im Mai 2015 haben die Befragten (insgesamt 2.149) zu der gleichen These Stellung genommen. Dabei gaben 47 Prozent an, Angst vor einem Krieg in Europa zu haben. Das sind vier Prozentpunkte mehr als in unserer aktuellen Umfrage (43 %). Während aktuell 39 Prozent der Befragten der Aussage nicht zustimmen, waren es im Mai 2015 noch 43 Prozent. Die Unterschiede erklären sich hierbei in erster Linie dadurch, dass aktuell 18 Prozent der Befragten keine Antwort wissen oder keine Angabe machen (kumuliert). Im Mai 2015 waren dies zehn Prozent (kumuliert).

Betrachtet man die Antworten nach Wahlverhalten zeigt sich, dass Wähler der AfD am häufigsten Angst vor einem Krieg in Europa haben (63 %). Es folgen die Anhänger der Linkpartei (50 %), der SPD (43 %) und der Union (41 %). Weniger als ein Drittel der Grünen-Wähler (30 %) und der FDP-Wähler (28 %) stimmen der Aussage zu. Dementsprechend ist der Anteil derer, die keine Angst vor einem Krieg in Europa haben, bei den Anhängern der FDP (61 %) und der Grünen (56 %) am größten. Weniger als jeder zweite Unions-Wähler (47 %) bzw. SPD-Wähler (46 %) stimmt der Aussage auch nicht zu. Bei den Wählern der Linkspartei trifft dies auf 39 Prozent und bei den Anhängern der AfD auf 26 Prozent zu.

Wie groß ist das Vertrauen der Befragten in den Euro?

Knapp ein Drittel der Befragten hat kein Vertrauen bzw. kein Vertrauen mehr in den Euro (31 %). 28 Prozent der Männer und 34 Prozent der Frauen geben dies an. Demgegenüber stimmt knapp jeder Zweite der Aussage nicht zu (48 %). Bei den Männern sind dies zwölf Prozentpunkte mehr (54 %) als bei den Frauen (42 %). 18 Prozent der Männer (kumuliert) und 24 Prozent der Frauen (kumuliert) wissen keine Antwort oder machen keine Angabe. 

30 Prozent der Befragten in Westdeutschland haben kein Vertrauen (mehr) in den Euro. In Ostdeutschland trifft dies auf sechs Prozentpunkte mehr zu (36 %). Während jeder zweite westdeutsche Befragte der Aussage nicht zustimmt (50 %), sind dies in Ostdeutschland 40 Prozent.

16 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben kein Vertrauen in den Euro. Das ist mit Abstand der niedrigste Wert. Von den 25- bis 34-Jährigen geben dies 27 Prozent und von den 35- bis 44-Jährigen 28 Prozent an. Bei den übrigen Altersgruppen liegt dieser Anteil jeweils über 30 Prozent. Am häufigsten sagen die 45- bis 54-Jährigen, dass sie kein Vertrauen in den Euro haben (39 %). Umgekehrt geben die 18- bis 24-Jährigen am häufigsten an, dass sie der Aussage nicht zustimmen (58 %). Es folgen die ab 65-Jährigen (54 %) und die 35- bis 44-Jährigen (48 %).

43 Prozent der Befragten mit einem Haushaltnettoeinkommen von unter 1.000 € haben kein Vertrauen in den Euro. Mit steigendem Einkommen sinkt dieser Anteil. Einzige Ausnahme bilden die Befragten mit einem Haushaltseinkommen von 4.000 € und mehr. In dieser Gruppe gibt ein Viertel an, kein Vertrauen in den Euro zu haben (25 %). Das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Gruppe der Befragten mit einem Haushaltseinkommen von 3.000 € bis unter 4.000 € (24 %). Umgekehrt stimmen 63 Prozent der Befragten mit einem Haushaltseinkommen von 4.000 € und mehr der Aussage nicht zu. Je geringer das Haushaltseinkommen desto niedriger ist dieser Anteil. Bei den Befragten mit einem Haushaltseinkommen von unter 1.000 € liegt der Anteil bei einem Drittel (34 %).

Nach Wahlverhalten aufgeschlüsselt zeigt sich, dass Anhänger der AfD bei Weitem am häufigsten kein Vertrauen in den Euro haben (72 %). Auf vier von zehn Anhängern der Linkspartei trifft dies auch zu (40 %). Niedriger sind die Anteile bei den Wählern von FDP (26 %), Union (20 %) und SPD (19 %). Am seltensten geben Wähler der Grünen an, kein Vertrauen in den Euro zu haben (13 %). Dementsprechend stimmen die Grünen-Wähler der Aussage am häufigsten nicht zu (73 %). Es folgen die Anhänger der Union (65 %), SPD (64 %) und der FDP (61 %). Die Anhängerschaft der Linken äußert in ungefähr gleichen Teilen Zustimmung bzw. Ablehnung zu der These. Während wie beschrieben 40 Prozent von ihnen kein Vertrauen in den Euro haben, stimmen 42 Prozent der Aussage nicht zu. Auf 17 Prozent der AfD-Wähler trifft dies auch zu.

Hermann Binkert – INSA – im 50PlusFernsehen

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