Umweltsch(m)utz! – Ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Umweltschutz wollen alle. Den Klimawandel stoppen sowieso. So hört und liest man allenthalben.

Dazu müssten wir unsere Meere schützen, unsere von Vielfalt und Schönheit geprägte Fauna und Flora, kurz: unsere einzigartige und wertvolle Natur und nicht zu vergessen: uns selbst. Wenn wir den Kindern unserer Kinder noch Korallenriffe zeigen wollen und sie leeren, wie Bienen Nektar sammeln, oder die gelben Pollenhöschen an ihre haarigen Hinterbeinchen gelangen, dann wird es höchste Zeit. Während uns genau die wegrennt, dominieren finanzielle Interessen, Profitgier und Staatsoberhäupter, die alle wissenschaftlichen Erkenntnisse schlicht und ergreifend unter den Teppich kehren. Während also jene immer schön an sich selbst denken, werden weitere wissenschaftliche Studien in Auftrag gegeben, Arbeitskreise gebildet, die das Papier nicht wert sind, auf das sie ihre Ergebnisse staatstragend niederschreiben und Umweltbeauftragte engagiert, die wenig ausrichten können, aber viel Geld kosten. Dann kann man öffentlich konstatieren und publizieren, dass man keine Mühen und auch keine Kosten scheut. Die Welt schaut zu und ist beruhigt; man hat schließlich Pläne!

Die Vermüllung der Strassen nimmt zu, der Gemeinsinn nimmt ab

Unterdessen blasen wir den Dreck weiter fröhlich in die Luft, verschmutzen unsere Flüsse und Seen und vergraben einfach, was wir nicht wirklich loswerden können. Endlager nennt man das auch. Und Politiker treffen sich, lassen sich von allen Ländern der Welt mit ihren eigenen Flugzeugen (!) zu Klimagipfeln einfliegen. Abschließend machen sie ein schönes Gruppenfoto und verkünden der Weltpresse nach zähen Verhandlungen – so wird berichtet – scheinbar wichtige Absichtserklärungen. Vergleichbar mit all den schönen Vorsätzen fürs neue Jahr, die schon am 3. oder spätestens 4. Januar in die Tonne kommen.

Nun könnten wir ein Teil des Problems auch selbst am Schopfe packen und als Vorbild vorausgehen. Das heißt, den guten alten Besen hervorholen und schon mal anfangen, vor unseren eigenen Türen zu kehren. Umweltschutz sozusagen für jedermann, den machen nämlich nicht nur die anderen. Abfall vermeiden, trennen, kurze Wege mit dem Rad erledigen und den Wagen mal stehen lassen. Auch öffentliche Verkehrsmittel müssen eine Option sein. Ganz zu schweigen von der Menge an Dreck, die aus fahrenden Autos achtlos auf unsere Straßen fliegt oder ganz einfach so auf die Straße geworfen wird. In Deutschlands Großstädten scheint das en vogue; so geht leben und umziehen heute.

Die Stadt Berlin heuert 40 „Waste Watchers“ an, um den wilden Müllkippen auf den Strassen der Haupt-Stadt Herr zu werden

Früher hat man gelernt, seine Sachen einzupacken und Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, zu den entsprechenden Entsorgungshöfen zu bringen. Das ist überholt, man stellt den ganzen Überfluss einfach „uff die Gass“, um es mal Frankfurterisch zu sagen. Schließlich gibt es Dienste, die sich um deren Beseitigung kümmern. Farbreste, Möbel, Betten, Öfen, Mikrowellen, Fernseher, Klamotten, Geschirr – alles dabei und ich könnte die Liste fast endlos fortsetzen. Komplette Haushalte werden so ganz easy auf der Straße aufgelöst. Städte und Gemeinden geben Millionen für diesen, „unseren“ Dreck aus. Frankfurt wirbt mit einer groß angelegten 3 Mio. schweren Kampagne #cleanffm und 1.000 neuen Abfallbehältern… „man will in >im zweiten Schritt in die Köpfe der Menschen<“ heißt es aus dem Römer. Und mehr noch, Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main erklärt gestern im schönen Kaisersaal anlässlich der Feierlichkeiten zum Internationalen Tag des Ehrenamtes sehr weich und werbend für ein besseres Umweltbewusstsein und dankt mit Freude allen Frankfurterinnen und Frankfurtern, die sich ehrenamtlich für den Umweltschutz engagieren. Klartext: auch anderer Leute Dreck wegräumen. Berlin wirft sogar 8,4 Millionen mit 100 zusätzlichen Detektiven für die öffentliche Sauberkeit auf die Straße (Quelle, BZ: 29.11.2017, 17:45 Uhr). ??? Wie kann das sein???

Ich bin sprachlos, schockiert und kann das alles nicht fassen!

Wilde Müllkippen auf den Strassen. Wer will so etwas sehen?

Da liegt die Frage nicht fern, was das Eigenverantwortung, Gemeinschaftssinn und in diesem Sinne auch mit Umweltschutz zu tun hat und warum nicht jeder schon mal im Kleinen bereit ist, ja warum es nicht höchst selbstverständlich ist, den ganz eigenen Müll wegzuräumen und fachgerecht zu entsorgen. Grundsätzlich. Schmeißen Leute auch in ihrer eigenen Wohnung den Müll einfach so – zack – auf den Boden? Das hab‘ ich noch nicht gesehen. Und wie verträgt sich das mit dem Werte-Index 2018 an dessen Spitze die Natur steht?!

Müssen Bürgerinnen und Bürger anderen Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land wirklich sagen, dass man Müll in Abfallbehältern entsorgt? Brauchen wir ein neues Schulfach, weil Eltern „Müll“ vorleben?!

Ihr Lieben, so wird das nichts, weder in unseren Städten noch in der Welt.

Da müssen wir uns dann bitte auch nicht wundern, wenn uns eines Tages von höchster Stelle das Licht ausgeknipst wird.

Ich mutmaße: Die Aktie der Zukunft heißt >SAUBERES WASSER<. Große Industrieunternehmen investieren bereits. So viel dazu.

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im 50PlusFernsehen:

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