Vom Bloggen und anderen Irrtümern. – Von Topagemodel und Bloggerin Renate Zott

Es ist ein weit verbreiteter Fehlglaube, dass Blogger per se das schnelle Geld machen. Mit meinem Mode-, Beauty- und Lifestyleblog für die reifere Damenwelt kann ich ein Lied davon singen. Nicht des Jammerns wegen, sondern um zu sagen wie und was das überhaupt ist.

Auch so ein „Zufallsbild“, bei dem nichts dem Zufall überlassen ist

In den Köpfen stecken nämlich die Bilder von Shooting-Stars aus dem Internet, jungen Mädels und Jungs, die durch Millionen von Klicks auf Youtube oder Intagram innerhalb kürzester Zeit zu gefragten Werbeträgern werden und tatsächlich ganz erstaunlich viel Geld damit verdienen. Gesponserte Reisen, Designerklamotten rauf und runter, das ganze tolle Programm, von dem vermutlich alle Mädels oder auch Jungs träumen…

Nun hat dieser Hype mit dem „Bloggen“ so viel zu tun wie bspw. ein Jurist mit dem Handwerker, also rein gar nichts. Aber zurück auf Start:

Als Bloggen bezeichnet man nichts anderes, als ein öffentlich einsehbares „Tagebuch“/“Journal“/ “Magazin“ zu schreiben mit dem Ziel, möglichst viele Besucher auf seine Seite zu bringen. Im Unterschied zu einer sog. Homepage, will ein Blogger – also einer der bloggt – mit seinen Lesern in Kontakt treten, sich austauschen, kommunizieren. Das funktioniert über die Kommentarfelder, die sich auf den meisten Blogs finden.

Um sog. Blogger zu werden benötigt man demnach „lediglich“: ein Thema (Reisen, Kochen, Handarbeiten), einen Namen (Blogname) und eine Website für die Blogerstellung (z. B. WordPress). Dann kann man losschreiben, bebildern und veröffentlichen, also „online“ gehen.

Alles easy werden Sie denken – ist es aber nicht. Der Bloggermarkt ist kunterbunt und wer sich in diesen Markt wagt und etwas – außer Lesern – gewinnen will, muss ganz schön Gas geben. Ein paar bunte Bildchen und Texte reichen dafür nicht aus. Das, was für den Betrachter nachher schick und gestalterisch anspruchsvoll auf dem Bildschirm, Smartphone oder Tablet erscheint, braucht eine Programmierung. Um es bildlich zu sagen: was man sieht ist die Bühne und damit es auf der Bühne klappt, muss auch hinter den Kulissen alles stimmen. Für die Arbeit „backstage“ (Programmierung) kann man selbst Programme erwerben oder sog. Webdesigner engagieren. Das Thema hat Anspruch – ich spreche aus Erfahrung. Ohne digitale DNA oder eine Ausbildung in Programmierkunst sind die Aussichten kläglich, jedenfalls was Leser angeht. Kurzum: um einen Blog modern und in der Zeit zu halten, braucht es professionelle Unterstützung. Am Ende des Tages ist es mit der Programmierung ja auch nicht getan, da tun sich noch viele andere Fallstricke auf. Hacker zum Beispiel. Da wollen also virtuelle „bad guys“ hinter die Kulissen, rein in deine Programmierung und Schaden einschleusen oder dir den Vorhang ganz zuziehen. Kann also eines schönen Tages passieren, dass du auf deinen Blog gehst, eine Seite anklickst und „schwups“ auf einer völlig anderen Seite landest. Wilde Geister sind da am Werk; auch das aus meiner eigenen Erfahrung! Leser machen den Effekt vielleicht kurzzeitig mit, aber man muss die Fehler schnell beheben, sonst sind sie weg und zwar für immer. Die Angst vor Würmern, Trojanern, Schadcodes und Viren auf Rechnern ist groß, die Folgen teuer; mir geht es da keineswegs anders als den Besuchern.

Links auf externe Seiten (z. B. Twitter, Facebook, Instagram usw.) sind darüber hinaus nur dann sinnvoll, wenn sie funktionieren. Auch dort steht die digitale Welt nie still. Und nein, sie schreiben dir keine Nachricht, wenn sie an ihren Verknüpfungen etwas ändern, sie tun es einfach. Folglich muss das System regelmäßig upgedatet werden und last but not least auch gesichert. Ach, ich hätte es fast vergessen: so ein Web-Support kostet Geld; von der Zeit mal ganz zu schweigen.

Topagemodel.de-Bloggerin Renate Zott bei der Arbeit

Soweit zum technischen Handwerkszeug. Aber was macht nun eigentlich einen Blogger aus? Es ist die höchst persönliche Sicht auf die Dinge, Aspekte und Gedanken aus dem eigenen Leben, im besten Fall in einem unverwechselbaren Stil, niederzuschreiben. Erfahrungen und Sachverhalte aufzuzeichnen, um diese mit möglichst vielen Menschen zu teilen. Und genau diese, so menschliche, (hoffentlich) authentische Note des Schreibens macht Blogger ab einem gewissen Bekanntheitsgrad zu sog. Influencern; sprich: „Einflussnehmern“. Zum Beispiel auf Kaufverhalten, Trends, Meinungsbildung usw. Das ist der Zeitpunkt, ab dem ein Blogger überhaupt ans Geld verdienen denken kann. Nämlich dann, wenn Firmen ihre Produkte zur Verfügung stellen oder zahlen, damit man über sie schreibt. Anders gesagt: einen Post blogt 😊. Sie machen sich nämlich deine ganz persönliche, dir eigene Art und dein Urteil zu Nutze, um Ihre Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen. Funktioniert natürlich nur, wenn ausreichend Reichweite/Leser vorhanden sind; Follower sagt man auch dazu. Am besten reichlich, unter 10.000 kann man keinen hinterm Ofen vorlocken. Je mehr desto besser. Davon seinen Lebensunterhalt irgendwann bestreiten zu können, ist die Herausforderung, wie sie an jeden Selbständigen gestellt wird.

Gefragt ist Ausdauer und Durchhaltevermögen, mit der Zeit und der Technik gehen, denn die Besucher kommen nicht von allein. Woher sollen sie überhaupt von dem Blog wissen und überdies Interesse haben, ‚deine‘ persönliche Meinung zu einem Thema zu lesen?! In diesem Zusammenhang kommt der Begriff SEO ins Spiel (Search Engine Optimization), sprich die Suchmaschinenoptimierung. Es gilt also, den Blog so zu füttern, dass eine der Suchmaschinen den Blog ganz oben in der Liste ausspuckt, sobald das Suchwort zum Blog-Thema gehört. Und das kann dauern….

Fazit: das große Geld hängt an der großen Zahl. Dabei spielt es keine Rolle, ob du dir die Finger wundschreibst (bloggst), auf Youtube trällerst oder Bilder auf Instagram postest, die oft wie Schnappschüsse wirken, aber bis auf die letzten Pixel durchgeplant sind. Oder wer läuft mit einem Coffee to go durch die Stadt und wird dabei, ach, durch den ganz großen Zufall fotografiert?! Das ist Marketing der „neuen Generation“. Big Data – big Money! So ist das.

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im 50PlusFernsehen:

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