Vom körperlichen Verfall. – Ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Ich glaube, der geistige hat bei mir noch nicht eingesetzt. Dafür der körperliche Verfall seit geraumer Zeit und ich verkünde fröhlich, ich bin damit nicht allein. In bester Gesellschaft mit weiteren grob 70 Millionen in Deutschland mit denen ich mir das Schicksal vom Verfall teilen darf. Geteiltes Leid ist halbes Leid und wir leiden ja so gerne kollektiv. Vor diesem wissenschaftlichen Hintergrund rücken Debatten in ein ganz neues Licht und ich denke an Generationenkonflikte, Arbeitgeber die nur „junge“ Menschen einstellen wollen und last but not least auch die gängige Auffassung zum Thema Schönheit. Ich sag’s gerne nochmal, die allermeisten haben ihren Zenit rein körperlich bereits überschritten. Man schrumpft vor sich hin, die Muskeln schwinden und die meisten Organe lassen nach. Am Ende bleibt uns noch die Schaltzentrale (genau, das Gehirn) und Sex! (immerhin).

Topagemodel Renate Zott gibt den Modelöffel noch lange nicht ab

Nun ist es ja auch nichts Neues, dass der Verfall ein schleichender Prozess ist. Jahrelang bekommt man davon unter Umständen gar nichts mit und lässt es im Grunde einfach so geschehen. Aber der erhobene Zeigefinger kommt oder gleich die große Keule: Mensch, du hast nachgelassen, ist die Erkenntnis. Der Arzt warnt: „wenn Sie so weitermachen…!“ .

Vieles davon ist schon ein bisschen selbstgemacht, wenn wir mal ganz ehrlich sind. Jahrelanges Schlemmen mit Folgen wie Diabetes, Übergewicht oder oder. Auch die Volkskrankheit „Rücken“ kommt nicht vom regelmäßigen Sport. Da wollen wir aber oft nicht so recht ran, an die eigene Nase.

Es kann und soll jeder damit umgehen, wie er will, aber ich trotze. Mein Körper hilft mir dabei, denn er gibt mir Zeichen. Viele Jahre habe ich mich taub gestellt. Tabletten gegen die Schmerzen im Kopf, die im Rücken – die Liste ist lang. Aber der Ruf verhallt nicht, nein er wird lauter! So und jetzt höre ich besser hin und gebe zu, es gibt reichlich Luft nach oben. Ich lebe ganz und gar nicht perfekt, was den Verfall betrifft, aber ich habe gelernt, dass man doch das Seine dazutun kann, Muskeln und Organe fit zu halten – auch mit 50Plus. Schließlich haben die ihre ganz eigenen Bedürfnisse und denen gebe ich nach. Ich achte sie nun viel mehr als früher. Um meiner selbst Willen, denn auch ich habe nur dieses eine Leben und ein egoistisches Verlangen, dieses so gut wie es geht zu leben. Es geht um wohlfühlen und gesund bleiben, wenn möglich bis ins hohe Alter. Ersatzhilfen – später oder besser nie!

Das heißt nicht verzichten, sondern Maß halten und zwar in allen Bereichen des Lebens. Ich meine damit, dass man auch mit 2 Gläsern Wein ausgelassen feiern kann. Auch Genussessen ist möglich, aber eben reduziert. Die Portion Sport gehört dazu, so wie Pflege und Zahnerhalt, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Auch wenn ich dann und wann Jogginghosen trage, habe ich die Kontrolle eben nicht abgegeben (Karl Lagerfeld) und diszipliniere mich, meinem Körper zuliebe und wider den Verfall.

Geht nicht, hinterfrage ich immer. Ich habe gelernt, dass der Spielraum dessen, was möglich ist, ungeahnt groß ist. Ich glaube es lohnt sich, Bekanntschaft damit zu machen. Ich sage ein Beispiel: Mit 51 Jahren habe ich zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt geschafft, einen Handstand zu machen. Zu verdanken habe ich das meinem unerschütterlichen Glauben an mich und meiner Personal Trainerin, die mich Schritt für Schritt angeleitet und zum Ziel geführt hat. Andere mögen vielleicht einen Marathon schaffen oder 10.000 Meter ohne Pause schwimmen. Warum auch immer, ich wollte den Handstand.

Jeder kann also wagen, was er wirklich möchte, es kommt wie bei allem auf den Versuch an. Ein Mut-mach-Kommentar wider den Verfall. Es lebe die Generation 50Plus!

No Sports? Nicht mit Renate Zott

Churchill’s Lebensmotto „No Sports“, den Sieg des inneren Schweinehundes – das lässt Topagemodel Renate Zott nicht gelten. Im 50PlusFernsehen erzählt sie, wie sie zum Sport kam, wie sie Zeit für ihren Sport findet und zeigt Uwe-Matthias Müller eine Übung, die jeder überall machen kann.

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im 50PlusFernsehen:

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