Werden die Probleme mit der Zuwanderung nach Deutschland hochgespielt? Eine aktuelle INSA-Umfrage kommt zu verblüffenden Ergebnissen.

Sind die Probleme bei der Zuwanderung hochgespielt? Und: wie lautet die Antwort auf die Sonntagsfrage?

Das Meinungsforschungs-Institut INSA – ein Partner des Bundesverband Initiative 50Plus – wollte im Rahmen einer repräsentativen Befragung wissen, ob die Befragten der Meinung sind, dass Probleme mit der Zuwanderung nach Deutschland von einigen politischen Akteuren und Medien hochgespielt werden.

Insgesamt sind sich die Befragten nicht einig: 39 Prozent stimmen zu, 40 Prozent stimmen nicht zu. 44 Prozent der männlichen Befragte ist dieser Meinung, während bei den Frauen nur gut ein Drittel zustimmt (35 %). Auch stimmen weibliche Befragte mit 41 Prozent etwas häufiger als männliche (38 %) dieser Aussage nicht zu.

Unterteilt nach Westen und Osten Deutschlands zeigt sich, dass die Zustimmung in den alten Bundesländern deutlich höher ist als in den neuen (41 bzw. 34 %). Im Umkehrschluss ist der Anteil derer, die dieser Aussage nicht zustimmen im Osten mit 45 Prozent größer als im Westen (38 %).

Die größte Zustimmung kommt von den Grünen-Wählern: gute zwei Drittel stimmen dieser Aussage, dass Probleme mit der Zuwanderung nach Deutschland von einigen politischen Akteuren und Medien hochgespielt werden zu (68 %). An zweiter Stelle stehen die Wähler der CDU/CSU und der SPD mit jeweils 56 Prozent Zustimmung. Knapp über die Hälfte (52 %) der Linke- und 41 Prozent der FDP-Wähler stimmen hier ebenfalls zu. Die geringste Zustimmung und gleichzeitig größte Verweigerung ihr zuzustimmen kommt von den Wählern der AfD. So stimmen dieser Aussage nur 15 Prozent zu und gut drei Viertel (76 %) tun dies nicht. Doch auch bei den Anhängern der FDP überwiegt der Anteil derer, die der Aussage nicht zustimmen mit 50 Prozent den Anteil derer, die dies tun. Am seltensten stimmen der Aussage mit 20 Prozent die Grünen-Wähler nicht zu.

Aufgeteilt nach dem Alter zeigt sich die größte Zustimmung an den Rändern: sowohl die jüngste als auch die älteste Altersgruppe stimmen der Aussage, dass Probleme mit der Zuwanderung nach Deutschland von einigen politischen Akteuren und Medien hochgespielt werden, am häufigsten zu: fast jeder zweite Befragte (47 %) der ab 65-Jährigen und 43 Prozent der 18- bis 24-Jährigen stimmt dem zu. Der Anteil derer, die der Aussage nicht zustimmen, steigt mit zunehmendem Alter tendenziell bis zum Alter von 64 Jahren auf 48 Prozent an, danach sinkt sie wieder bis auf 41 Prozent. Der Anteil derer, welche hier keine Antwort wissen oder keine Angabe machen, sinkt mit steigendem Alter.

Werden in Deutschland laut Ansicht der Befragten Menschen aufgrund ihres Migrationshintergrunds im Arbeitsleben, bei Bildungschancen oder im Alltag diskriminiert? 

Ein Drittel der Befragten (33 %) ist der Meinung, dass in Deutschland Menschen aufgrund ihres Migrationshintergrundes im Arbeitsleben diskriminiert werden. Mit 40 Prozent stimmen dem aber mehr Befragte nicht zu. Insgesamt 27 Prozent (kumuliert) wissen hier keine Antwort oder machen keine Angabe.
Gut ein Viertel der Befragten (28 %) ist der Meinung, dass es in Deutschland Diskriminierung bei den Bildungschancen von Menschen mit Migrationshintergrund gibt. Jedoch knapp die Hälfte der Befragten (47 %) stimmt der Aussage nicht zu. Ein weiteres Viertel (25 %, kumuliert) weiß es nicht oder macht keine Angabe.
Hinsichtlich der alltäglichen Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund sind die Meinungen recht gleich verteilt: 38 Prozent der Befragten stimmen zu, dass Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland im Alltag diskriminiert werden und 39 Prozent stimmen dem nicht zu. 24 Prozent (kumuliert) macht keine Angabe oder gibt an, es nicht zu wissen.

Wie stehen die Chancen der Parteien – die Sonntagsfrage

Alle Parteien bleiben diese Woche in der Sonntagsfrage unverändert. Änderungen gibt es nur hinsichtlich der sicheren und potentiellen Stimmen.

Die CDU/CSU kann ihren Anteil an sicheren Stimmen um zwei Prozentpunkte ausbauen, alle anderen Parteien bleiben in diesem Punkt unverändert. CDU/CSU und SPD können ihre potentiellen Wählerstimmen um jeweils einen Prozentpunkt ausbauen, AfD und Linke verlieren jeweils einen Prozentpunkt. Die FDP bleibt im Potential unverändert. Die Grünen verlieren zwei Prozentpunkte bei den potentiellen Wählern.

Wähler, die sich grundsätzlich gar nicht vorstellen können, eine bestimmte Partei zu wählen, nehmen bei der CDU/CSU und der FDP um jeweils einen Prozentpunkt zu. Bei der SPD und AfD nimmt diese Wählergruppe um je einen Prozentpunkt ab. Wähler die sich grundsätzlich nicht vorstellen können, die Linke zu wählen, nehmen diese Woche um drei Prozentpunkte zu. Bei den Grünen sind dies zwei Prozentpunkte.

INSA-Chef Hermann Binkert im BZ-NachrichtenTV zur aktuellen Wählerstimmung

Kommentar hinterlassen zu "Werden die Probleme mit der Zuwanderung nach Deutschland hochgespielt? Eine aktuelle INSA-Umfrage kommt zu verblüffenden Ergebnissen."

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: